Handball
34:29 – VTZ Saarpfalz schafft nach fünf Monaten Durststrecke wieder einen Heimsieg
„Das war für mich das erste Mal“, sagte VTZ-Trainer Marek Galla hinterher lachend. Ende November hatte er den Handball-Oberligisten VTZ Zweibrücken-Saarpfalz übernommen, Mitte März konnte er den ersten Heimsieg feiern. Mit 34:29 gewann die VTZ gegen HB Mülheim/Urmitz und sprang auf Rang 13, einen Nichtabstiegsplatz.
Dass der Sieg auch damit zu tun hatte, dass Mülheim/Urmitz viele verletzte Stammakteure hat, mit gerade mal einem Auswechselspieler angereist war, bestätigte Galla, in dessen Team auch viele nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte sind. Dominik Rifel zollte seiner Erkältung zum Beispiel noch Tribut. Jonas Brüggemann warf die Gäste in Führung, aber Robin von Lauppert, der vor allem im zweiten Durchgang im Angriff Akzente setzte, sich von der Strafwurflinie keinen Fehlwurf erlaubte, glich zum 1:1 nach dreieinhalb Minuten aus.
Groß gewöhnt sich langsam ans Harz
Einer, der sich in den vergangenen Wochen auf der linken Außenbahn als Stammspieler etabliert hat, brachte die Zweibrücker mit 2:1 in Führung. „Er ist unfassbar schnell“, lobte Galla Marcel Groß, dem er seit einigen Spielen das Vertrauen schenkt. „Klar, das freut mich, und ich hoffe, dass ich auch was zurückzahlen kann“, sagte Groß. Der 25-Jährige, der an der TU in Kaiserslautern ein Lehramtsstudium absolviert, markierte weitere wichtige Tore. Den 9:9-Ausgleich in der 21. Minute, der bei Mülheim/Urmitz gar nicht erst die Hoffnung aufkommen ließ, das Spiel drehen zu können, sowie das 13:10 und den Treffer zur 15:11-Halbzeitführung.
„Der Sieg heute war wichtig“, sagte der aus Höhfröschen stammende Linksaußen, der sich zunehmend an das Spiel mit Harz gewöhnt. „Das war echt eine enorme Umstellung“, bekannte er, der er das aus Verbands- und Pfalzliga nicht kannte. Weil Groß zuletzt zum Mr. Zuverlässig auf links avanciert, konnte die VTZ diese Woche problemlos den Vertrag mit Hendrik Rolshausen auflösen. In beiderseitigem Einvernehmen zogen Verein und Spieler die Trennung, die eigentlich erst zum Saisonende vorgesehen war, vor.
VTZ: Viel Arbeit gegen gebeutelte Mülheimer
Der Heimsieg forderte den VTZ-Spielern viel Arbeit ab. Auch wenn beide Mülheimer Stammtorhüter fehlten, der Aushilfskeeper setzte Akzente in der ersten Halbzeit. Tobias Zelter, der die Oberliga-Torschützen früher serienweise zur Verzweiflung gebracht hatte, bewies, dass er nichts verlernt hat. „Er ist immer noch ehrgeizig und ärgert sich über Niederlagen“, sagte sein Coach Hilmar Bjarnason. Mit so dünner Personaldecke „hat uns am Ende einfach die Kraft gefehlt“, analysierte der Trainer.
Da reichte auch ein starker Jan Hommen nicht, der die VTZ-Abwehr ein ums andere Mal narrte. Hommen war es aber auch, der in der Crunch-Time die Entscheidung zugunsten der VTZ einleitete. Mit 20:19 führte die VTZ, als der Rückraumspieler zum Strafwurf antrat. Bis dahin hatte Hommen alle Siebenmeter sicher verwandelt. VTZ-Torwart Norman Dentzer, der erst mit Anlauf ins Spiel gefunden hatte, dann zum Rückhalt avancierte, „guckte“ den Ball in dieser Szene am Tor vorbei.
Von Lauppert nutzte die Chance, traf zum 21:19 und 22:19. Zwei weitere Treffer ließ von Lauppert in diesen spielentscheidenden Minuten folgen. Die VTZ zog auf 26:21 davon und überstand den letzten Versuch eines Aufbäumens der Gäste, Hommen traf zum 27:31. Mit Glück setzte sich aber Marian Graff durch und stellte mit dem 32. VTZ-Tor die Weichen auf Sieg.
So spielten sie
VTZ Saarpfalz: Dentzer, Glöckner (Siebenmeter) - Kraucevicius (5), von Lauppert (9/5), Belhadi (6) - Graff (6), Groß (4) - Rifel – Baumgart (1), Kreis (2), Stauch (1), Michel
HB Mülheim-Urmitz: Zelter, Adams (Siebenmeter) - Langen (1), Hommen (11/3), Brüggemann (7), Rietz (1), Backes (4) - Schwenzer (4/1) – Eis (1)
Spielfilm: 6:3 (11.), 8:5 (15.), 8:9 (20.), 15:11 (Halbzeit), 20:19 (40.), 24:20 (44.), 30:24 (52.), 31:27 (55.), 34:29 (Ende) - Zeitstrafen: 3:2 - Siebenmeter: 5/5 - 5/4 - Beste Spieler: Baumgart, Dentzer - Hommen, Zelter - Zuschauer: 50 - Schiedsrichter: Günter Hoffmann/Sarah-Kristin Kull (Mainz-Bretzenheim/Bingen).