Handball
30:24 – Zajacs Paraden ebnen Weg zum Zweibrücker Heimsieg gegen Budenheim
Als erster Zweibrücker Spieler kam Torwart Damian Zajac frisch geduscht aus der Kabine, ließ sich zur guten Leistung beglückwünschen und spaßeshalber noch mal die Muskeln spielen. Wie in den 60 Minuten zuvor, als er mit insgesamt 17 gehaltenen Bällen ein Matchwinner für die SG SV 64/VT Zweibrücken war. Mit dem 30:24 (15:12)-Heimerfolg gegen die Sportfreunde Budenheim beendeten die Zweibrücker die Hinrunde erfolgreich.
„Ja, war ganz gut“, freute sich Zajac über die Leistung, die ihn mit einem guten Gefühl ins Auto steigen ließ. Mit der Familie ging es für den zweifachen Papa gleich in den Weihnachtsurlaub. Geschätzte 14 Stunden Fahrt erwarteten ihn. „Wenn es an der Grenze auch gut läuft“, ergänzte der Keeper, der die Feiertage mit der Familie in der Heimat im polnischen Oppeln verbringt. „Ich freue mich sehr darauf“, sagte er.
20 Top-Minuten zu Beginn
Im Spiel hatte sich Zajac mit einem Treffer ins verwaiste Budenheimer Tor auch erneut in die Torschützenliste eingetragen. Mit elf Paraden schon vor der Pause hatte er großen Anteil daran, dass die SG nach 20 Minuten 12:6 vorne lag. Tom Ihl hatte die SG mit 1:0 in Führung geworfen. Die Zweibrücker sollten nie in Rückstand geraten, aber zittern blieb auch diesmal nicht aus. „Wir haben zwar deutlich geführt zu diesem Zeitpunkt, hätten bei konsequenterer Chancenverwertung zur Pause deutlicher führen können, ja müssen“, bilanzierte SG-Trainer Klaus-Peter Weinert. Und dachte dabei wohl auch an die Strafwürfe, die Max Kroner und Tom Grieser vergeben hatten. Nach 20 Minuten gab es einen deutlichen Bruch im SG-Angriffsspiel.
Was unter anderem daran lag, dass Nils Wöschler, der fürs Tempo im SG-Spiel verantwortlich war, auf der Bank verschnaufte. Aber auch an Veränderungen im Spiel der Gäste, die bis dahin alles andere als überzeugt hatten. In der 19. Minute war Niklas Weißbrod zwischen die Budenheimer Pfosten gegangen. Die erste von sieben Paraden in elf Minuten war die von Max Kroners Strafwurf. Budenheims Trainer Thomas Gölzenleuchter setzte nun verstärkt auf den siebten Feldspieler, „und das haben wir heute nicht so gut verteidigt bekommen“, bedauerte Weinert. Unter anderem nutzte das Budenheims Rechtsaußen Lucas Weil, der mit sieben Treffern erfolgreichster SF-Torschütze war, um drei Sekunden vor der Pause aus Gästesicht auf 12:15 zu verkürzen.
Das Glück der Tüchtigen
Die zweite Hälfte begann wie die erste, mit einem Ihl-Tor. Aber die Souveränität der ersten 20 Minuten war dahin. Budenheim glich in der 45. Minute durch Max Grethen zum 22:22 aus. Weinert nahm eine Auszeit, und in Unterzahl – Nils Wöschler hatte wegen Meckerns nach Grethens Tor eine Zeitstrafe kassiert – versuchte Zweibrücken nicht ins Hintertreffen zu geraten. Joshua Eberhard wechselte auf die Mitte-Position, Adam Soos in den linken Rückraum. Und der etatmäßige Spielmacher der SG, der zuvor unauffällig war, zündete jetzt: starkes Eins-gegen-eins, 23:22 durch Soos in Unterzahl. Niklas Bayer, der sich über weite Strecken auf die Abwehrarbeit konzentrierte, setzte Tom Grieser am Kreis mit einem klasse Pass perfekt in Szene: 24:22. Und dann gab Zajac Lucas Weil von Rechtsaußen mit einer Top-Parade das Nachsehen. Mit dem neu gewonnenen Selbstvertrauen trat Soos als vierter SG-Schütze – auch Nils Wöschler war an Weißbrod gescheitert – an die Siebenmeterlinie und netzte ein: 25:22. Noch nicht das Ende der wichtigen Soos-Momente. Erneut nach starkem Eins-gegen-eins markierte er das 26:22. Zweibrücken hatte dem Druck Stand gehalten.
Aber Budenheim gab nicht auf. Gölzenleuchter variierte nun auch in der Abwehr, ließ die beiden Zweibrücker Halbspieler konsequent eng decken, was dem SG-Angriffsspiel erhebliche Probleme bereitete. Aber Zajac und das Glück der Tüchtigen waren auf Zweibrücker Seite. Beide Teams ließen in den letzten sieben Minuten Chancen aus. Zwei Minuten vor dem Abpfiff war klar, dass die zwei Punkte in der Westpfalz bleiben. Till Wöschler setzte mit seinem wuchtigen Treffer zum 30:24-Endstand, der der Mannschaft vom Torschützen in der Vorweihnachtszeit noch die für Tor Nummer 30 obligatorische Kiste Bier bescherte, den umjubelten Schlusspunkt.
So spielten sie
SG SV 64/VT Zweibrücken: Zajac (1), Dentzer (Siebenmeter) - Ihl (4), Soos (6/2), Nils Wöschler (7) - Hammann (2), Kroner (4/1) - Grieser (5) – Bayer, Gräber, Till Wöschler (1), Baumgart, Graff.