Kreis Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Die VG Thaleischweiler-Wallhalben steht vor einem Jahr voller Pläne und Ideen

150 Gäste waren am Samstag nach Hettenhausen zum Neujahrsempfang der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben gekommen.
150 Gäste waren am Samstag nach Hettenhausen zum Neujahrsempfang der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben gekommen. Foto: Laborenz

Den umstrittenen Bau eines neuen Rathauses in Thaleischweiler-Fröschen erwähnte Verbandsbürgermeister Thomas Peifer beim Neujahrsempfang am Samstag im Dorfgemeinschaftshaus in Hettenhausen als Erstes, aber nur kurz. Dafür stellte er den 150 Zuhörern eine breite Palette an Plänen und Ideen für dieses Jahr vor.

Thomas Peifer ist nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen. In Ratssitzungen erlebt man es selten, dass ihm mal der Kragen zu platzen droht. Im Gespräch mit der Presse ist er geduldig, offen, freundlich, aber bestimmt. Und vor gut fünf Jahren, als die Fusion der Verbandsgemeinden Thaleischweiler-Fröschen und Wallhalben das bestimmende Thema in der Kommunalpolitik war, wurde er nie müde zu betonen, dass die Bewohner der Dörfer davon so gut wie gar nichts merken würden und dass die ganze Aufregung übertrieben sei.

Unaufgeregt geht Peifer – zumindest in der Öffentlichkeit – auch mit einem Thema um, das eine Folge der Fusion ist und das die neu entstandene Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben dieses Jahr noch öfter beschäftigen wird: mit dem geplanten Neubau eines Rathauses in Thaleischweiler-Fröschen. Es stehe ein Gespräch bei der Genehmigungsdirektion in Neustadt an, kündigte er zu Beginn seiner Neujahrsrede am Samstag an, dann erwähnte er in zwei Sätzen den Gegenwind aus Wallhalben und wie die Verbandsgemeinde damit umgehen will: „Mittlerweile liegt der Verwaltung ein Bürgerbegehren vor, dessen Zulässigkeit zur Zeit überprüft wird. Anschließend wird der Verbandsgemeinderat dann schnellstens hierüber entscheiden.“

Der Schwerpunkt von Peifers Neujahrsrede lag auf den Plänen für 2020, und das sind so viele, dass er am Ende weitere Ideen nur noch als Stichworte nannte. Der Ausbau des Radwegs zwischen Thaleischweiler und Wallhalben, der schon länger geplant ist, soll nun bis zur Jahresmitte fertig sein, hofft der Bürgermeister. Die Durchlässe seien erneuert, der Untergrund verbessert, aber momentan gebe es Schwierigkeiten mit der beauftragten Firma, „an deren Lösung wir in Absprache mit dem Zuwendungsgeber und unter Berücksichtigung der Vergabevorschriften arbeiten“. Erneut betonte Peifer, dass dieser Radweg von der Faustermühle über die Kneispermühle nach Wallhalben eine enorme Symbolkraft für das Zusammenwachsen der Verbandsgemeinde habe.

Die Bauanträge für das Feuerwehrhaus in Rieschweiler-Mühlbach und den Umbau in Wallhalben seien gestellt. 100 000 Euro würden in Feuerwehr-Schutzkleidung investiert. Für Maßweiler und Nünschweiler sollen neue Feuerwehrhäuser geplant werden. Im Frühjahr soll das Feuerwehrhaus in Schmitshausen übergeben werden, und alle Feuerwehrhäuser sollen einen Internetanschluss bekommen.

2020 soll auch die Digitalisierung der sechs Grundschulen beginnen, eine Modellmaßnahme laufe bereits in Rieschweiler-Mühlbach. Auch die Verwaltung könne davon profitieren, wobei Peifer sagte: „Digitalisierung heißt nicht, alte Formulare einscannen und dann am PC bearbeiten. Nein, da heißt es: neue Arbeitswege, neue Workflows zu entwickeln, die die veränderten Bedarfe auch darstellen und letztlich das Verwaltungshandeln auch vereinfachen.“

An der Grundschule in Rieschweiler werden Dach und Fassade erneuert, die in Maßweiler bekommt neue Fenster und eine neue Heizung, möglicherweise über ein Nahwärmenetz zusammen mit der Feuerwehr und dem Kindergarten.

Peifer sprach auch kurz den Kauf und den geplanten Umbau des Bahnhofs Biebermühle an und erinnerte daran, dass dort auch neue Gewerbeflächen entstehen sollen, weil es weder im Gewerbepark Höhfröschen noch in Weselberg noch freie Grundstücke mehr gebe. Seinem Rodalber Amtskollegen Wolfgang Denzer sagte er seine Unterstützung bei der Sanierung des Freibads Biebermühle zu, schränkte aber ein, dass es bei einem gemeinsamen Termin in Mainz vor allem darum gehe, Rodalben zu helfen, möglichst hohe Fördergelder zu bekommen – „bevor jetzt wieder erzählt wird, der Peifer will Millionen nach Rodalben geben“, wie er schmunzelnd anfügte.

Neben all dem wolle die Verbandsgemeinde ihre Aufmerksamkeit Themen schenken, „,die zu einer lebens- und liebenswerten ländlichen Region gehören“, versprach Peifer. Damit die Rede nicht zu lange wird, nannte er hier nur Stichpunkte: die Weiterentwicklung im Bereich des Tourismus mit Veranstaltungen wie den Mühlenaktionstagen, dem autofreien Wallhalbtal und dem Grumbeermarkt, ausgezeichnete Wanderwege, auch familienfreundlich und barrierefrei, ein besserer öffentlicher Personennahverkehr mit einer Verkürzung des Rheinland-Pfalz-Taktes bei der Bahn, den Erhalt der ärztlichen Versorgung, ein umfassendes Angebot der Volkshochschule, altersgerechtes Wohnen und die Energiewende.

Musik machte das Heringer Trio der Kreismusikschule. Hettenhausens Bürgermeister Tobias Woll, Marktgräfin Jasmin Klein und die Herschberger Karnevalsprinzessin Larissa sprachen Grußworte.

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