Speyer
„Zukunft Dialog Speyer“ will Arbeitswelt verändern
50 Mitglieder zählt der Verein, etliche prominente Namen wie der ehemalige Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) sind darunter. Bislang dominieren Gewerkschafter wie der frühere IG-Metall-Bevollmächtigte Hoetzl (64) oder Kurt Waas (83), der heute dem ZDS-Beirat vorsitzt und bis 1998 den Betriebsrat der Pfalz-Flugzeugwerke leitete. Sie wollen ihr Forum aber noch breiter gesellschaftlich verwurzeln; Vertreter aus Politik und Wirtschaft sollen nicht die einzigen Aktiven bleiben. Zwei Wege, die sie beschreiten wollen, haben sie jetzt definiert: ein breiteres Veranstaltungsprogramm und die Gründung eines „Transformationsnetzwerks Pfalz“.
Die Corona-Krise hat zunächst das „Durchstarten“ erschwert, mittlerweile gab es aber einige Veranstaltungen. Experten haben auf ZDS-Einladung etwa über mobiles Arbeiten und – gerade am Dienstag im Speyerer Priesterseminar – über die Auswirkungen von Klimaveränderungen auf die Gesellschaft im Allgemeinen und die Arbeitswelt im Besonderen diskutiert. „Der Besuch war gut“, sagt Waas, der sich in anderen Fällen aber mehr Resonanz wünschen würde.
Debatte um Luftreiniger
Ein Beispiel dafür ist die Diskussion um Luftreiniger in den Schulen, in der sich ZDS ebenfalls als geeignet angesehen hatte, die verschiedenen Seiten zusammenzubringen. In Speyer seien zum Beispiel die Experten des Filterherstellers Mann & Hummel schon vor Ort, betont Waas. Ihm wäre ein Modell vorgeschwebt, bei der die Firma für die städtischen Schulen Testgeräte zur Verfügung stellt. „Passiert ist nichts“, bedauert er und hätte sich bei den Themenkreis eine aktivere Rolle der Stadt gewünscht.
„Wir versuchen eine Plattform anzubieten, bei der alle mitmachen können“, erläutert Hoetzl. Ziel sei, nun alle zwei Monate Veranstaltungen anzubieten – vorzugsweise in Speyerer Räumlichkeiten. Alternative Energien, ihre Verbreitung vor Ort und der Themenkomplex Bürokratie kämen als Nächstes an die Reihe.
Pfälzisches Netzwerk geplant
ZDS will zudem Initiator sein für ein „Transformationsnetzwerk Pfalz“, für das es Zuschüsse vom Bund geben könnte. Bildungseinrichtungen, Gewerkschaften und Unternehmerverbände seien dabei mögliche Mitwirkende; ein hochkarätig besetzter Beirat solle unterstützen und Türen öffnen. Beim Netzwerk könnten „Innovationslotsen“ angesiedelt werden. Hoetzl: „Das sind Menschen, die sich mit Hochschulen und Unternehmen an einen Tisch setzen, um Innovationsprozesse anzuschieben.“
Offene Fragen gebe es zahlreiche. Besonders im Blick sollten dabei kleinere und mittlere Betriebe stehen, zum Beispiel aus der Automobilzulieferindustrie, die vor großen Herausforderungen stehe. Auch PFW Aerospace, der Speyerer Luftfahrt-Zulieferer, den die Hauptakteure ganz genau kennen, werde wegen der Krise in seiner Branche in absehbarer Zeit wohl nicht so viele Aufträge wie vor Corona erhalten. „Es geht darum, Arbeitsplätze in der Region Speyer zu erhalten“, definieren Hoetzl und Waas den Kern ihrer Mühen. Sie wollen dafür auch den Kontakt zur jüngeren Generation suchen. Mit Fridays for Future und dem Verein Inspeyered haben sie bereits Termine. Interessenten erfahren im Netz unter zds-ev.de Näheres.