Speyer Wo sind die Körper?

„Echte Körper – von den Toten lernen.“ Damit wirbt ein Flyer, der in der vergangenen Woche in der Postgalerie ausgelegen hat. Nicht nur das: Über die Stadt verteilt werben zahlreiche Plakate für die Ausstellung. Von Freitag, 16. März, bis Sonntag, 25. März, geöffnet täglich von 11 bis 18 Uhr, sollte sie in der Postgalerie gastieren. Dann, von einem Tag auf den anderen, waren die Flugblätter verschwunden und die Plakate überklebt: Ausstellungsort ist nun die Auestraße 31, die Daten blieben gleich. Was ist da passiert? Die Stadt weiß von nichts. Die genehmigungspflichtige Sondernutzung der Plakatflächen sei ordnungsgemäß angemeldet worden, die Verwaltung habe mit deren zeitweisen Verschwinden nichts zu tun, sagt Pressesprecherin Barbara Fresenius. Zudem sei der Ausstellungsort Sache des Veranstalters. Mariya Neufeld, Centermanagerin der Postgalerie, ärgert sich vor allem darüber, dass die Kunden falsch informiert worden seien. Der Veranstalter habe sich telefonisch gemeldet, dann aber die Ausstellung annonciert, bevor es einen von Neufeld für nötig erachteten Ortstermin in der Galerie gegeben hätte. Angedacht war wohl, die Körper im ersten Obergeschoss auszustellen, aber dort ist die erforderliche Fläche ihrer Ansicht nach nicht ausreichend ausgebaut. Sie bedauert, dass falsch geworben wurde und hat die falschen Flugblätter persönlich eingesammelt. Dass auf neuen Plakaten steht, aufgrund von „Umbauarbeiten“ müsse in die Auestraße 31 umgezogen werden, sei falsch. Und was sagt der Veranstalter? Er habe keine Informationen über den Grund des Umzugs, erläutert Thomas Müller, Pressesprecher der Ausstellung, demzufolge könne er keine Angaben machen. Es handle sich um eine medizinische Bildungsausstellung, man habe nichts mit der umstrittenen „Körperwelten“-Ausstellung des Plastinators Gunther von Hagens zu tun. Die rund 200 Exponate würden nicht in Posen präsentiert. „Das widerspricht auch meinem ethischen Empfinden“, betont Müller. „Echte Körper on tour“ richte sich an Schulen, Studenten und an der Anatomie Interessierte. Bildung kostet: Schüler, Auszubildende und Studenten zahlen jeweils 10 Euro Eintritt, Erwachsene 15 Euro.