Speyer
Welterbe: Planungen zu Besucherzentrum verzögern sich
Die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie „liegen noch nicht vor“, teilt die Stadt auf Anfrage mit. Ursprünglich hatte Tanja Binder, Leiterin des städtischen Fachbereichs Kultur, bis Ende des vergangenen Jahres auf Resultate gehofft. Bei der Auftragsvergabe hat es laut Stadt jedoch Verzögerungen gegeben. Nun wird mit der Fertigstellung der Studie „im Laufe dieses Jahres gerechnet“. Das Architekturbüro Thiele3 (Freiburg/Darmstadt) erstelle derzeit ein sogenanntes Masse-Volumen-Modell. Auf dieser Grundlage soll beurteilt werden, wie „welterbeverträglich“ ein Besucherzentrum wäre. Also ob etwa dessen bauliche Dimensionen die in Betracht gezogenen Standorte – direkt im Judenhof oder im oberen Domgarten anstelle der dortigen Toilettenanlage – in ihrer räumlichen Wirkung beeinträchtigen würde. Erst danach „können die weiteren Schritte eruiert und konkretisiert werden“, so die Stadt.
In Worms wird gebaut
Das Besucherzentrum soll dazu dienen, möglichst viele Menschen über die historischen wiekulturellen Hintergründe der Welterbestätten zu informieren. Von einer gemeinsamen Einrichtung mit dem Domkapitel erhofft sich die Stadt, dass das jüdische Erbe Speyers von der Anziehungskraft der Kathedrale profitiert. Im Mittelalter spielten die jüdischen Gemeinden von Speyer, Mainz und Worms als SchUM-Verbund eine zentrale Rolle für das jüdische Leben am Rhein. In Worms soll in den kommenden drei Jahren ein dreigeschossiges SchUM-Besucherzentrum auf dem Neumarkt entstehen.
Unabhängig von den Überlegungen zu einem gemeinsamen Welterbe-Besucherzentrum in Speyer sollen angrenzend an den Judenhof Räume eingerichtet werden, die Gästen die Bedeutung der hiesigen SchUM-Stätten näherbringen. Ein von der Stadt beauftragtes Fachbüro hat nun dort historische Mauern untersucht. „Die Ergebnisse befinden sich derzeit in der Ausarbeitung und werden voraussichtlich im Februar vorgelegt“, teilt die Stadt mit. Erst danach könnten weitere Planungen erfolgen.