Speyer Waldsee hält an „Waldsee“ fest

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Der Ortsgemeinderat Waldsee hält an dem Namen „Waldsee“ für die Verbandsgemeinde fest. Das haben am Donnerstagabend die Ratsmitglieder mit 19 Ja-Stimmen beschlossen. Dagegen waren nur die zwei Vertreter der grünen kommunalen Liste (gkL). Die von Neuhofen und Altrip favorisierte Alternative „Rheinauen“ wird in Waldsee weiterhin abgelehnt, weil dieser Name nach Ansicht der Ratsmehrheit nicht zuzuordnen wäre.

Rheinauen gebe es am ganzen Oberrhein, sagte Bürgermeister Otto Reiland (CDU). Allerdings könne man sich in Waldsee auch einen Kompromiss vorstellen, nämlich eine Kombination beider Namen: „Waldsee in den Rheinauen“. Das wurde bei drei Gegenstimmen (zwei gkL und eine FDP) beschlossen. Beide Vorschläge sollen nun dem Verbandsgemeinderat übermittelt werden. Dieser beschließt am 11. Juni, welcher Vorschlag der Landesregierung genannt werden soll, denn letztlich entscheidet diese endgültig über den Namen. „Ich könnte jetzt ein paar Stunden erzählen, was in der Vergangenheit alles über den Namen geredet wurde“, sagte Reiland zu Beginn seiner Ausführungen, beschränkte sich aber auf die Kurzzusammenfassung. Schon vor vier Jahren, als die Fusionsgespräche mit Altrip begannen, habe man sich nicht auf einen gemeinsamen Namen einigen können. Es sei aber sehr wichtig gewesen, freiwillig zu fusionieren, denn das habe den Gemeinden letztlich 3,6 Millionen Euro Prämie gebracht. „Vielleicht wäre das nicht zu Stande gekommen, wenn damals die Namensfrage zur Gretchenfrage geworden wäre“, sagte Reiland. Zwei Meinungsumfragen hat es gegeben: Die erste hat 2012 stattgefunden, damals noch ohne Neuhofen. 195 Bürger hatten 281 Vorschläge eingereicht. Konsequenzen hatte die Umfrage keine. Es wurde weiter diskutiert, eine Kreativ-Agentur beauftragt – ebenfalls ohne Erfolg. Letztlich gab es im April dieses Jahres eine zweite Umfrage, bei der sich alle Bürger ab 16 Jahren zwischen den Namen Rheinauen, Rheinbogen, Rheintal und Waldsee entscheiden konnten. Die Wahlbeteiligung lag zwischen 20 und 38 Prozent. Die größte Wahlbeteiligung herrschte in Waldsee, die kleinste in Otterstadt. Bürger aus Neuhofen und Altrip hatten sich dabei klar für Rheinauen entschieden, in Otterstadt gab es eine knappe Mehrheit für Rheinauen und die Waldseer hatten sich ganz klar für Waldsee ausgesprochen. Insgesamt lag Rheinauen mit 57,4 Prozent der Stimmen vorne. „Die Meinungsumfrage hat eine Mehrheit gebracht, ob es uns passt oder nicht. Irgendwann muss man mal sagen, wir akzeptieren, was Bürger vorgeschlagen haben“, sagte Helmut Klauß (gkL). Die anderen Fraktionen sahen das nicht so, konnten sich aber für den Kompromissvorschlag, den ein Bürger nach Ende der Umfrage gemacht hatte, erwärmen. „Waldsee in den Rheinauen“ sei eindeutig zuzuordnen, und es gebe vergleichbare Orte wie Annweiler am Trifels, Neustadt an der Weinstraße oder Weisenheim am Berg, argumentierte der Bürgermeister. (krx)

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