Speyer
Viele Knöllchen, dennoch Zuschussbedarf
30.752 Verwarnungen haben die Mitarbeiter der Stadtverwaltung für den ruhenden Verkehr im vergangenen Jahr ausgestellt. Die Kosten für die verwarnten Parksünder summierten sich dabei auf 917.000 Euro. Gemessen an der Einwohnerzahl Speyers ist dies der dritte Platz in der Pfalz. 626 Knöllchen wurden pro Tausend Einwohner in Speyer verteilt. Häufiger wird nur in Kaiserslautern (757 pro Tausend) und Landau (654 pro Tausend) verwarnt. Schlusslicht in der Statistik ist zum dritten Mal in Folge Zweibrücken (117).
Die meisten Verwarnungen wurden in der Großen Himmelsgasse, am Parkplatz Königsplatz sowie am Parkplatz Festplatz ausgestellt. Interessant: Im Vergleich zum Vorjahr wurden deutlich mehr Knöllchen verteilt (2024: 27.165). Die Stadt führt dies auf Anfrage auf den gestiegenen Parkdruck durch Anwohner in den umliegenden Stadtquartieren zurück.
Die Stadt weist auf Anfrage auch 3019 Verfahren aus, die 2025 wegen innerörtlicher Tempoüberschreitungen eingeleitet worden seien. Die Verantwortung dafür hat die Kommune im Juli von der Polizei übernommen. 16 Personen im Außendienst und sechs im Innendienst sind demnach für beide Bereiche zuständig. Die über ihre „Knöllchen“ erlösten Kosten decken dabei laut Stadt die Personalkosten nicht. Für die Bezahlung der Mitarbeiter seien im vorigen Jahr 1,15 Millionen Euro aufgewendet worden. Dazu kämen Sachkosten etwa für Dienstbekleidung und Ausrüstung. Dem stünden Einnahmen von 1,04 Millionen Euro gegenüber. „Diese setzen sich aus rund 917.000 Euro im Bereich des ruhenden Verkehrs sowie etwa 122.000 Euro aus der Geschwindigkeitsüberwachung zusammen“, so eine Verwaltungssprecherin.
Der Vergleich hinke jedoch, denn es müsse berücksichtigt werden, dass der Außendienst neben der Verkehrsüberwachung auch Kontrollen im Bereich der Sondernutzungen – also etwa von Freisitzen, Plakaten oder Warenauslagen – übernehme, die nur indirekt zu Einnahmen führten. Zudem sei bei den Tempokontrollen 2025 eine Anlernphase notwendig gewesen. 2026 werde deshalb mit steigenden Einnahmen in diesem Bereich gerechnet: „Perspektivisch ist somit zu erwarten, dass sich Einnahmen und Personalkosten zumindest annähernd decken werden.“
Seit drei Jahren erhebt die RHEINPFALZ unter den acht kreisfreien Pfälzer Städten, wie viele Strafzettel diese im vergangenen Jahr ausgestellt haben und errechnet daraus eine Rangliste.