Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Vergolder zieht ein und bringt hochwertige Speyer-Andenken mit

Neues Geschäft in der Roßmarktstraße: Die Firma Franck hat auch ihr Schild vergoldet.
Neues Geschäft in der Roßmarktstraße: Die Firma Franck hat auch ihr Schild vergoldet.

Der „Blumenladen“ in der Roßmarktstraße war eine Institution in Speyer – bis zu einem Brand 2020. Jetzt ist das Haus repariert – und ein neues besonderes Geschäft zieht ein.

Eine Handwerkszunft kehrt zurück nach Speyer. Das ist die übergreifende Bedeutung, die Benjamin Franck mit seiner Geschäftseröffnung in der Roßmarktstraße 39 verbindet. Der 47-Jährige ist einer von wenigen Vergoldermeistern in Rheinland-Pfalz und lässt sich mit seinen Geschäftszweigen Restaurierung, Vergoldung, Einrahmung und Denkmalpflege in Speyer nieder. Im früheren „Blumenladen“ betreibt Franck ab Montag, 16. Februar, seinen dritten Standort nach Neuhofen und der Mannheimer Oststadt – mit der Neuerung, nicht nur auf Vereinbarung, sondern an allen Werktagen zu öffnen. Zwei seiner 14 Mitarbeiter kämen fest nach Speyer.

Franck hat in alten Speyerer Adressbüchern recherchiert und festgestellt, dass es im 19. Jahrhundert bis zu drei Vergoldereien in der Maximilianstraße, Korngasse und Allerheiligenstraße gab. Er habe beim Verein Handwerkstradition schon den Wunsch hinterlegt, dass sich die Wiederansiedlung eines Mitglieds der Vergolder-, Rahmengestalter- und Einrahmer-Innung auch am Zunftbaum vor der Alten Münze widerspiegelt, erzählt der Geschichtsfan. „Eine tolle Sache für Speyer, mit einem solch traditionsreichen Handwerk schließt sich ein Kreis“, sagt Vermieter Heinrich Schultz. Nach dem jahrelangen Wiederaufbau des „Blumenladen“-Gebäudes seien vor wenigen Wochen zunächst Mieter in die neu entstandene Wohneinheit eingezogen. Jetzt folge das neue Geschäft mit Verkauf und Werkstatt im Erdgeschoss.

Mehrere Zielgruppen

Restaurierungen für die Denkmalpflege sind dem Geschäftsführer zufolge die wichtigste Einnahmequelle der 2005 gegründeten Firma Franck, aber die Ladengeschäfte stellten wichtige Ergänzungen dar. In der Domstadt sieht Franck „kulturbegeisterte Speyerer und anspruchsvolle Touristen“ als wichtige Zielgruppen. Dabei ist ihm wichtig, „am Boden zu bleiben“. Er nennt Einrahmungen als Beispiel, die auf den Kundenwunsch zugeschnitten würden und nicht teuer sein müssten. Nicht immer komme Gold zum Einsatz. Umgekehrt könnten hauchdünne Schichten des Edelmetalls historische Andenken aufwerten, die ebenfalls angeboten werden.

Franck kündigt eine große Auswahl an Speyer-Stichen, -Grafiken und anderen Darstellungen an, die etwa mit hochwertigen Rahmen versehen werden könnten. Ein Schwerpunkt liege Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts. Damit wollen er und sein Team Laufkunden begeistern, gerne auch internationale Kreuzfahrttouristen, die die edlen Andenken in kompakter Größe problemlos auch an Bord von Schiffen oder Flugzeugen befördern könnten. Es werde besondere Schöpfungen geben – mit Speyer-Bezug oder saisonal angepasst, etwa handvergoldeten Christbaumschmuck, wie er ihn andernorts auch schon auf Weihnachtsmärkten verkauft habe.

Mit Speyer vertraut

„Ich bin schon immer ein Speyer-Fan“, sagt Franck, der Schmuckdesignerin Antje Liebscher und Stuckateur-Meister Marcel Chaudot als wichtige Bezugspersonen in der Domstadt nennt. Auch die Verantwortlichen in der staatlichen und kirchlichen Denkmalpflege kenne er ebenso gut wie viele Bauherren. Sein Unternehmen sei etwa seit vielen Jahren für das Bistum Speyer tätig, habe aber auch an der Generalsanierung der St.-Markus-Straße 12 mitgewirkt, die mit einem Bundespreis für Handwerk ausgezeichnet wurde. Immer wieder erledige es auch anspruchsvolle Aufgaben für das dänische Königshaus.

Er bilde viel aus und habe einen hohen Qualitätsanspruch, betont Franck. 2023 und 2024 habe sein Unternehmen jeweils die Bundessieger im Vergolder-Handwerk gestellt. Eine der ausgezeichneten Mitarbeiterinnen werde auch die Betriebsleitung in der Roßmarktstraße übernehmen. Von ihr und den Kunden erwartet der Geschäftsführer Rückmeldungen etwa zu den Öffnungszeiten und zur Angebotspalette. Er verstehe die ersten Monate auch als Probephase. Eine zusätzliche Idee seien Ausstellungen in den Geschäftsräumen. „Wir wollen langsam, aber sicher Fuß fassen“, betont Franck.

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