Speyer
Traditionsbetrieb: Wechsel an der Spitze der Schiffswerft Braun
Vor gut einem Jahr war mit dem damals 34-jährigen Ingenieur Thilo Geisberger ein junger Mann an die Spitze des 1901 gegründeten Unternehmens gerückt. Er hat dieses jetzt wieder verlassen, teilt Elke Müsel auf Anfrage mit. Sie war seit 2023 als Prokuristin und Leiterin der Buchhaltung für die Werft tätig und ist nun in der GmbH und einer Verwaltungsgesellschaft aufgestiegen. Sie beschreibt das als einen Prozess „zurück zu den Wurzeln“, denn auch Geisbergers Vorgänger sei aus dem kaufmännischen Bereich gekommen. Müsel ist 54 Jahre alt und in Speyer auch als Leistungssportlerin bei der Rudergesellschaft bekannt.
Der Wechsel an der Spitze sei zwar nicht planmäßig gewesen, die wirtschaftliche Situation der Werft aber „unverändert gut“, betont Müsel. Geisbergers Ingenieursaufgaben würden von zwei Technikern des Unternehmens mitübernommen, ein dritter Techniker werde ebenso wie zusätzliche Schlosser und Industriemechaniker gesucht. Das Unternehmen sei bestens ausgelastet, vor allem Reparaturen an den Wellenanlagen und der Elektronik von Binnenschiffen beschäftigten derzeit das 25-köpfige Team am Neuen Rheinhafen. Der Planungshorizont sei dabei „gewohnt kurz“ und umfasse oft nur rund drei Monate.
Traditionsreicher Betrieb
Die Werft hatte früher eine noch prägendere Bedeutung für die Speyerer Wirtschaft, in den 1930er-Jahren zum Beispiel mit mehr als 350 Mitarbeitern. Müsel und ihr Team wollen nun aber den leichten Wachstumskurs fortsetzen, der nach dem Tod des 51 Jahre lang amtierenden Geschäftsführers Peter Hebel 2018 eingeleitet worden war.