Dudenhofen / Waldsee RHEINPFALZ Plus Artikel Tischtennis: Zelluloidkugel vor ihrer Rückkehr

Wie können die Tischtennisspieler an die Platten zurückkehren? Die Planungen laufen.
Wie können die Tischtennisspieler an die Platten zurückkehren? Die Planungen laufen.

Nach der Saisonabsage arbeiten die Verantwortlichen an einer Rückkehr an die Platten. Welche Regeln müssen befolgt und welche Bedingungen erfüllt werden, um den Spielbetrieb wieder aufnehmen zu können?

Wie geht es weiter für die Tischtennisspieler nach dem Coronavirus? Der Deutsche Tischtennisbund (DTTB) sollte sich dazu nun Gedanken machen für den Fall, dass die Sportler wieder ihrer liebsten Freizeitbeschäftigung nachkommen können. Bedenken bestehen, doch die Rückkehr zum Sport wird favorisiert.

Die Tischtennisspieler schlugen den Weg etlicher Sportarten in den vergangenen Wochen ein. Einstellung des Spiel- und Trainingsbetriebs, nunmehr folgte der Abbruch der laufenden Saison unter Wertung des aktuellen Klassements. Nun jedoch berichtet der DTTB, dass er und seine Landesverbände über den Deutschen Olympischen Sportbund und die Landessportbünde aufgefordert wurden, konkrete Vorschläge für eine angepasste Sportausübung für den Zeitpunkt vorzulegen, ab dem die aktuellen Kontaktbeschränkungen in Folge des Coronavirus gelockert werden. „Wir wollen keine Forderungen stellen oder gar Druck gegenüber der Politik aufbauen, sondern unseren Beitrag leisten, um solidarisch mit den anderen Gesellschaftsgruppen und Sportverbänden die Corona-Krise bestmöglich zu bewältigen“, stellt DTTB-Präsident Michael Geiger klar. Der DTTB hat einen zweistufigen Plan entwickelt, der erst den Trainingsbetrieb möglich macht, danach sollen wieder Wettkämpfe möglich sein.

Platte als Abstandshalter

274 Zentimeter ist eine Tischtennisplatte lang. Ein Vorteil, denn so kann der Mindestabstand in fast jeder Spielsituation eingehalten werden. Darauf und dass Tischtennis eine Individualsportart sei, verweist auch der DTTB. Unter anderem ist eine Anpassung der Trainings- und Wettkampfpraxis vorgesehen, um Hygiene- und Abstandsmaßnahmen einzuhalten und die Anzahl der Teilnehmer zu begrenzen. Dort wo es möglich sei, solle im Außengelände trainiert werden. Zudem solle ein Auf- und Abbau von Tischen und Materialien von einer fest eingeteilten Person, die Handschuhe und Mundschutz trage ausgeführt werden. Tische sollten weiterhin mithilfe von Umrandungen getrennt werden, die Spielbox sollte eine Größe von zwölf mal sechs Meter aufweisen.

„Wir haben nur die kleine Grundschulsporthalle in Dudenhofen. Da bekommen wir dann vielleicht drei Tische rein“, sagt Ingrid Schwarz vom FV Dudenhofen, die es aber schon für möglich hält, die Vorgaben umzusetzen. Zudem werden von jedem Spieler nur eigene Schläger genutzt. Es soll fest eingeteilte Trainingspaarungen geben. Es sind nur ein Einzelspiele möglich, Doppelpartien werden vorerst ausgeschlossen.

Parallelen zum Tennis

Wie im Tennis soll jeder zudem eigene Bälle, die entsprechend kenntlich gemacht werden, zum Training mitbringen die nur ein Spieler berührt. „Ich stelle es mir so kompliziert vor, so Tischtennis zu spielen. Um richtig spielen zu können, bräuchte jeder Spieler etwa 20 Bälle“, sagt Klaus Mayer-Süß vom ASV Waldsee, der mit wenigen Bällen einen flüssigen Spielbetrieb nicht für möglich hält. „Wir müssten ja auch ein gewisses Kontingent an Bällen stellen. Wir sind eine kleine Abteilung, da würden Kosten auf uns zukommen“, stellt Schwarz fest.

Gewisse Trainingsformen sollen laut DTTB vorerst ausgeschlossen bleiben. Das übliche Schweißabwischen am Tisch unterbleibe zudem. Für den Wettkampf- und Spielbetrieb wird nochmals gesondert hingewiesen, dass die Abstandsregeln anzupassen seien und die Mannschaftssollstärken angepasst werden könnten. „Wir müssen ja irgendwie weiter machen. Jeder Verein muss für sich entscheiden, ob er das stemmen kann“, kommentiert Mayer-Süß die Vorschlägen des DTTB. Andere Ansätze kommen von Ingrid Schwarz aus Dudenhofen: „Ich würde einen Neuanfang eher nach Risikogruppen ordnen. Wir haben viele Spieler über 70“, erklärt die FVD-Spielerin, die keinesfalls einer möglichen Infektion Tür und Tor öffnen will. Auch halte sie ein eine Planung vor einer Wiederaufnahme der Übungseinheiten für unumgänglich.

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