HArthausen / Waldsee
Tischtennis: Waldsee und Harthausen positionieren sich zur Sommerrunde
„Over, Ende und Aus.“ So wurde der Saisonabbruch auf der Homepage des Pfälzischen Tischtennisverbandes (PTTV) überschrieben. Ende Oktober 2020 wurde die Mannschafts-Spielrunde aufgrund der Corona-Pandemie unterbrochen, dann die Wiederaufnahme des Spielbetriebs mehrfach verschoben. Jetzt sah man beim PTTV keinen Weg mehr, um die Saison noch regulär zu beenden. Am vergangenen Samstag gab der Präsident des PTTV, Heiner Kronemayer, bekannt, dass die laufende Runde annulliert und abgebrochen wird.
Für die kommende Saison ist die Ligeneinteilung der Saison 2020/2021 maßgebend. Weiterhin finden mangels Wertung der Saison keine Auf- und Abstiegsspiele statt. Es gibt keine Meister und Teilnehmer an Aufstiegs- und Relegationsspielen. Auch die Pokalrunde wurde abgebrochen. Die Saison 2021/2022 soll, wie üblich, im August oder September beginnen. „Gerne hätten wir zumindest eine Halbrunde gespielt, um eine Wertung für die nächste Spielrunde zu erhalten. Leider lassen die Infektionszahlen sowie die Beschlüsse der Ministerpräsidenten aber keine andere Handlungsweise zu“, teilt der PTTV in einer von Präsident Kronemayer unterschriebenen Erklärung mit.
Ans Nichtstun gewöhnt
In den Ligen des Deutschen Tischtennisbundes läuft die Unterbrechung noch bis zum 28. Februar. Eine Verlängerung der Auszeit ist aber zwingend notwendig aufgrund der Regeln, die die Regierung schon verabschiedet hat. Und dann ...?
Klaus Mayer-Süß vom ASV Waldsee gesteht: „Tischtennis ist absolut in den Hintergrund gerückt. Man hat sich langsam daran gewöhnt, dass man nicht an der Platte stehen kann. Man hat sich schon ans Nichtstun gewöhnt.“ Richtig findet er es dennoch, dass die Runde abgebrochen wurde. Der Zeitpunkt? „Es wäre konsequenter gewesen, noch früher abzubrechen. Es ist aber keinesfalls kritisch zu sehen, dass bis März gewartet wurde. Die Motivation des Verbands, zumindest eine Einfachrunde zu spielen, ist in Ordnung“, fügt der ASV-Akteur an.
Handballer als Vorbilder
Eine Sommerspielrunde, die das PTTV-Tischtennisvolk diskutiert, sieht er indes als schwer umsetzbar an. „Das wäre für mich keine Option. Viele betreiben im Sommer andere Sportarten“, sagt Mayer-Süß, der selbst auch noch in der Tennisabteilung des ASV Waldsee aktiv ist. Im Bezug auf den Tischtennissport, sei ihm wichtig, dass überhaupt nochmal gespielt werden kann. Und sei es nur im Training.
Thomas Varlemann vom ASV Harthausen sieht es als alternativlos an, die Runde abzubrechen. „Man hätte es eigentlich schon früher machen können. Aber ich honoriere es, dass die Verantwortlichen bis zuletzt retten wollten, was nicht zu retten war“, meint der Pfalzligaspieler. Er sehe nun auch die Entwicklung, dass die Handballer den Vorreiter gaben für andere Sportarten, die nun nachzögen. „Jetzt haben wir eine lange Sommerpause und hoffen, dass es im Spätjahr weitergeht. Eventuell ganz normal mit Doppel“, fügt der Spieler des ASV Harthausen an.
Playstation statt Platte?
Varlemann befürchtet jedoch, dass die Tischtennisspieler etliche Akteure verlieren werden, weil einige nach der langen Tischtennispause nicht mehr in den Sport einsteigen könnten. „Noch größer ist die Angst, dass man eine ganze Generation an Jugendlichen an die Playstation verliert“, gibt Varlemann zu bedenken. Eine Sommerspielrunde sehe er ebenfalls nicht als Option. „Ich persönlich möchte im Sommer draußen Tennis spielen und denke, dass es gerade in diesem Jahr, in dem alle lange eingesperrt waren, die Leute nach draußen zieht und nicht in die Halle“, meint der Harthausener.
Turniere, die sich auf den Spielstärke-Wert auswirken, sehe er für die spielfreudigen Akteure durchaus als gute Option an. „Vielleicht denkt man über weitere sinnvolle Reformen nach. Wie auch die Einführung von Viererteams oder auch die Anpassung der Spielrunde an das Kalenderjahr“, sieht Varlemann etliche Optionen für die Verbände.