Speyer „The Skyline of Speyer“

„Ich freue mich sehr über den Besuch von Zeugen aus jener Zeit, als es Speyer nicht gut ging. Für mich ist es wichtig, dass die Stadt dadurch auch außerhalb eines offiziellen Empfangs in Kontakt mit einem ihrer ehemaligen Bürger bleibt.“ So begrüßte Oberbürgermeister Hansjörg Eger gestern in seinem Amtszimmer Jack und Irma Mayer aus St. Petersburg, der „Sunshine City“ aus Florida.
Jack Mayer kam als Sohn von Alfred und Else Mayer, Inhaber eines Schuhgeschäftes in der Maximilianstraße 47, 1930 in Speyer zur Welt. Seine Mutter, sein älterer Bruder und er emigrierten 1938 wegen der immer stärker einsetzenden Verfolgung der Juden in die USA. „Mein Deutsch ist nicht mehr so gut“, entschuldigte der alerte 83-Jährige die auf englisch geführte Unterhaltung mit dem Stadtoberhaupt und Journalisten. Speyer war Abschluss eines Europatrips, der Jack und Irma Mayer auf eine Mittelmeer-Kreuzfahrt nach Venedig und Slowenien geführt hatte. Das Ehepaar war im November 2011 bei der Einweihung der Synagoge Beith-Shalom schon einmal in Speyer gewesen. Diesmal habe er auf Einladung der Gemeinde eine Predigt halten dürfen, merkte Mayer an. Und er fügte hinzu, dass sich die Anlage um die Synagoge, der alte Weidenberg, sehr zu ihrem Vorteil verändert habe. „Der Platz der Stadt Yavne ist sehr ansprechend gestaltet“, ergänzte seine Frau. „Die Maximilianstraße zwischen Dom und Altpörtel, das ist das Speyer, wie ich es kenne“, sagte Jack Mayer. Bei einem Spaziergang „auf der Hauptstraße“ und ihrer Umgebung seien ihm und seiner Frau der offene Bücherschrank im Kulturhof aufgefallen. Sie seien „sehr beeindruckt“ von der Art, wie in Speyer an die in der Nazizeit verfemten Schriftsteller erinnert werde. Jack Mayer, der sich „mit ein bisschen Laufen und Radfahren“ fit hält, verdiente sein Geld als Textilkaufmann. Sein Beruf habe ihn auch wieder nach Speyer geführt. „1985 war das, da habe ich die Textilmesse in Frankfurt besucht und einen Abstecher in meine alte Heimat gemacht“, erzählte er. 1989 sei er dann noch einmal hier gewesen. Eger überreichte seinen Gästen „eine kleine, aber besondere Erinnerung, nämlich ,the Skyline of Speyer’ – ein Teelicht, das bei Kerzenschein einen Teil der städtischen Silhouette wiedergibt. (wk)