Speyer
Tennis: Senioren-Pfalz- und Vizemeister aus Dudenhofen verraten Erfolgsgeheimnisse
Bei den Tennis-Senioren-Pfalzmeisterschaften in Grünstadt haben Spieler des Tennisclubs Dudenhofen in den höheren Altersklassen das Geschehen dominiert und drei Titel sowie eine Vizemeisterschaft mit nach Hause gebracht. Mit der RHEINPFALZ sprachen sie über ihr Erfolgsgeheimnis.
Thomas Lobig siegte in der Altersklasse der Sechziger (Leistungsklassen 14 bis 23), Rainer Herrmann bei den Siebzigern, und Sebastian Neumer schlug im Finale der Fünfundsechziger seinen Mannschaftskameraden Roland Wißwesser.
Eine gesunde Ernährung hält der 62-jährige Lobig für besonders wichtig, um im Alter noch Leistung zu bringen. „Viel Gemüse aus dem riesigen Gemüse- und Kräutergarten meiner Frau Sabina und dazu heimlich Worscht, Weck und Woi“, sagte er pfiffig. Auch einem Weizenbier oder einem Bordeaux zeigt sich der zweifache Opa nicht abgeneigt.
Von Kindesbeinen an sportlich
In zwei Jahren schaffte es Lobig vom Hobby-Tennisspieler zum Pfalzmeister, nachdem er dem Leistungssport eigentlich längst Adieu gesagt hatte. Als Kind war er Mittelstürmer beim VfR Speyer, später nahm er an der Kunstturn-Jugend-Olympiade 1972 teil. Beim Turnen stand er mehrfach bei Pfalzmeisterschaften ganz oben auf dem Treppchen, die Vize-Pfalzmeisterschaft im Hochsprung mit 1,96 Meter sowie die Teilnahme am New York-Marathon „unter vier Stunden“ waren weitere Höhepunkte. Intensives Skifahren, regelmäßiges Hantel-Training, Laufen, Saunieren, Yoga sowie den „ehelichen Verpflichtungen nachkommen“ gehören zu seinem Fitness-Programm.
Lobigs Maxime: „Aggressiv auftreten, den Gegner beeindrucken und jedem Ball nachlaufen, denn nur der nächste Punkt zählt.“ Dass er sich noch mal zum Leistungssport überreden ließ, verdanke er seinen TCD-Kameraden, die ihn drängten, noch mal anzugreifen.
Mit eigener Strategie erfolgreich
„Mit sechsundsechzig Jahren ist längst noch nicht Schluss“, gilt auch für Sebastian Neumer, der mit Tennisspielen dem Altern entgegenwirken möchte. „Kein Alkohol, ansonsten viel trinken und wenig essen, sehe ich als wichtige Rezepte gegen brütende Hitze“, sagte der 65er-Pfalzmeister. Eine spezielle Ernährung kenne er nicht. „Ich habe abgenommen und das reicht mir (fast).“
Mit seiner Strategie, „die eigenen Stärken umsetzen und Schwachstellen beim Gegner möglichst konsequent ausnutzen“ holte Neumer als Senior bisher vier Pfalzmeister-Titel im Einzel sowie dreimal mit der Mannschaft. Außerdem gewann er die rheinland-pfälzische Einzel-Vizemeisterschaft und zweimal die Team-Meisterschaft. Seit 15 Jahren schlägt die Nummer eins der Südwestliga-65er des TCD in der ersten und zweithöchsten Seniorenliga auf.
Kniffe gegen Hitze auf dem Platz
„Die Hitze war zwar schon ein Problem, aber es gibt ja genug Wasser, und wenn man auf dem Platz steht, hat man andere Dinge im Kopf. Schließlich kann man spielen, muss aber nicht“, sagte der 65er-Vize-Pfalzmeister Roland Wißwesser, der für Dudenhofen trotz einiger Blessuren seine erste Spielrunde bei den Herren 60 und 65 bestritt.
Was die Ernährung betrifft, habe er schon einiges ausprobiert: „Gutem Essen bin ich allerdings keineswegs abgeneigt, und ein Gläschen in Ehren oder auch zwei dürfen es hin und wieder auch sein. Ganz ohne und nur Gesundes geht bei mir einfach nicht – aber alles in Maßen.“ Die Kameradschaft sieht er in Dudenhofen sehr groß geschrieben: „Wir sitzen in gemütlicher Runde zusammen und fachsimpeln über alles Mögliche. Ich habe hier einen tollen Club gefunden und fahre gerne von meinem Wohnsitz auf der badischen rüber auf die pfälzische Rheinseite – auch ein Erfolgsrezept.“
„Genuss gehört dazu“
Konzentriert und locker bleiben, immer an seine Chance glauben, kämpfen bis zum letzten Ball, auch wenn es weh tut, seine Grenzen immer wieder aufs Neue austesten, auch mal die Strategie anpassen, wenn es der gegnerische Spielstil erfordert, das sind für 70er-Pfalzmeister Rainer Herrmann Erfolgsgaranten. Sport sei schon immer ein wesentlicher Bestandteil seines Lebens gewesen. Auch heute noch macht der 70-Jährige täglich Hantel-Training. „Durch entsprechende Wiederholungen bewege ich dabei etwa zwei Tonnen Gewicht“, sagte er. Dreimal wöchentliches Tempogehen von einer bis eineinhalb Stunden in hügeligem Gelände käme hinzu. Zu guter Letzt habe er bei zwei künstlichen Hüftgelenken gute Chirurgen erlebt. Als entscheidenden Faktor nennt Herrmann den „Spaß am Wettkampf“. Die Hitze im Sommer sei kein Problem für ihn gewesen: „Vorher einen Liter und während des Spiels drei Liter trinken.“ Ansonsten sieht sich Herrmann als Genussmenschen: „Ich bin kein Tennisfakir. Meine Zigarillos und abends zum Essen ein oder zwei Gläser guten Pfälzer Weines gehören einfach dazu.“ Den Zusammenhalt des Teams sowie der gesamten Tennisfamilie bezeichnet er als das Dudenhofener Erfolgsgeheimnis.
Zur Sache: Weiteres Seniorenteam in Startlöchern
Nicht nur vom Abschneiden bei der Pfalzmeisterschaft zeigte sich Dudenhofens Tennisclubchef Thomas Varlemann begeistert, sondern auch von den Erfolgen der Senioren-Mannschaften in den diesjährigen Medenrundenspielen: Die Über-65-Jährigen erkämpften in der Südwestliga, der zweithöchsten deutschen Spielklasse, die Vizemeisterschaft. Die 60 I holte den Verbandsliga-Titel und steigt in die Oberliga auf, die 60 II belegte in der Pfalzliga Rang zwei, die Siebziger in Spielgemeinschaft mit TC Germersheim gewannen die Pfalzliga-Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Verbandsliga. „Wegen der Vielzahl an Spielern melden wir nächstes Jahr eine zweite Mannschaft“, teilte 70er-Kapitän Wolfgang Laser mit.