Speyer
Stadt kürzt Sportfördermittel: Darf’s auch ein bisschen weniger sein?
Groß fiel die Bestürzung aus, als der städtische Sportamtsleiter Christian Seitleben im Sportausschuss die Zusammenstreichung der freiwilligen Sportfördermittel für die Vereine von 200.000 auf 100.000 Euro verkündete. Die Streichung aufgrund der Haushaltsnöte sei schon im Dezember kommuniziert worden. Jetzt drang sie auch zur Basis vor – und es kam doch noch zur Wende.
Die 100.000 Euro hätten laut Seitleben sogar noch kleiner werden können, weil voraussichtlich 20.000 Euro als Baukostenzuschüsse an den Hockeyclub fließen würden und 15.000 Euro für weitere Fixkosten benötigt würden. So saß Stadtsportverband-Vorsitzender Jürgen Kief als beratendes Mitglied ebenso konsterniert da wie zum Beispiel Maike Hinderberger (SPD). Alfred Zimmermann (CDU), jahrzehntelang gestählter Sportfunktionär, fasste sich als Erster: „Das ist drastisch, eine harte, bittere Pille. Ich verstehe es überhaupt nicht.“
Maria Montero-Muth (UfS): „Das ist nicht akzeptabel. Wir sind gerade ,Gesunde Stadt’ geworden. Sport gehört als oberste Priorität dazu.“ Verwaltungsmann Seitleben, unterstützt von Sportdezernentin Monika Kabs (CDU), konnte einem als Überbringer der schlechten Nachricht leid tun: „Das ist eine sehr große Problematik. Sportfördermittel sind kein offizieller Anspruch. Es hängt von der Haushaltslage ab. Es ist die einzige Leistung im Schul- und Sportbereich, die wir kürzen können.“ Den Sport treffe es volle Kanne, vor allem Vereine mit eigenen Anlagen – und das verkündet im Heim des Athletenvereins.
Licht am Ende des Tunnels
Und doch gibt es das Licht am Ende des Tunnels: Dezernentin Kabs brachte Unterstützung durch die Stiftungen ins Gespräch. Auch Seitleben deutete noch Möglichkeiten an. Kabs kündigte an, im nächsten Etat wieder die ursprüngliche Summe einzusetzen. Unmittelbar nach der Sitzung steckten Zimmermann und sein Nachfolger als Sportkreisvorsitzender Frank Brzoska die Köpfe zusammen. Kief will Ideen in einem Gespräch mit Kabs im April vortragen. Dann geht es auch um den möglichen Bau einer neuen Halle und die Parkplatzsituation im Bereich des Tennisclubs WR.
Vielleicht braucht es aber die Kief’sche Ideenwerkstatt nicht. Denn nach der Sitzung überschlugen sich die Ereignisse. Kief schaltete die Fraktionsvorsitzenden ein. Am Freitagmorgen klingelte nach einer Nacht mit wenig Schlaf sein Telefon, dran: Kabs mit der Nachricht, dass die Fördermittel nur um 20.000 Euro gekürzt würden. Der Verbandschef: „Damit können wir leben.“