Speyer Speyerer Apotheken beteiligen sich an Protesttag
„Wir müssen kämpfen, damit wir überleben können“, sagt Stefan Baum über seine Branche. Der Inhaber der Einhorn-Apotheke in der Maximilianstraße sieht viele Alarmzeichen. Allein in Rheinland-Pfalz seien innerhalb von drei Jahren 99 Unternehmen dauerhaft geschlossen worden. Die Einhorn-Apotheke wird sich deshalb am 23. März am Aktionstag beteiligen und nicht öffnen. „Streik“ sei nicht unbedingt der richtige Begriff dafür, er spreche von einem „freiwilligen Protest“, so Baum. Die Branche müsse dringend ein Zeichen in die Politik hinein senden und hoffe auf den Rückhalt der Bürger. Diese werden gebeten, dringende Rezepte im Zweifelsfall rechtzeitig vorher einzureichen.
Er hoffe auf die Beteiligung möglichst vieler Kolleginnen und Kollegen, denn nur so könne etwas bewirkt werden, sagt Baum. In Speyer seien etwa auch die Raphael-, Sonnen-, Bären-, Ludwig- und Nord-Apotheke dabei, in Dudenhofen die Asparagus- sowie in Römerberg die Römer-Apotheke.
Mit dem Protest fordern die Apotheken ihrem Landesverband zufolge die Bundesregierung und die Regierungsfraktionen auf, ihr Versprechen einer Honorarerhöhung einzulösen. Zugleich soll der fortschreitende Rückgang der Apotheken gestoppt werden. Mit jedem geschlossenen Standort werde der Weg für die Menschen länger und die Versorgung mit Arzneimitteln schwieriger. In Speyer sei bereits die Auswirkung spürbar, dass längst nicht mehr an jedem Tag ein Notdienst in der Stadt oder dem direkten Umland eingeteilt sei, ordnet Baum ein. Angekündigte Reformen ließen weitere Nachteile für inhabergeführte Betriebe erwarten; seine Befürchtung: bisherige Drogerieketten könnten diesen den Rang ablaufen und die Beratung schwächen. Baum beschäftigt in der Einhorn-Apotheke 14 Mitarbeiter und denkt darüber nach, diese am Montag zur Fahrt zur zentralen Kundgebung in Düsseldorf zu ermutigen. Am Geschäft werde mit Plakaten über den Hintergrund des Protests informiert.