Speyer Speyer: Verwaltung der Stadt braucht mehr Platz
Personalrat wünscht sich einen Neubau - wahrscheinlicher sind einzelne Nachbesserungen
Zehn Verwaltungsgebäude stehen schon heute auf der Liste, weitere könnten hinzukommen. „Ohne Baubetriebshof und Musikschule sind es immer noch acht Standorte“, sagt Oberbürgermeister Hansjörg Eger (CDU) im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Auch Kitas und Schulen sind nicht mitgezählt. Es gebe noch andere Faktoren, die dazu beitrügen, dass er und die an die 1000 Mitarbeiter es mit einer „herausfordernden Raumsituation“ zu tun haben. „In der Regel sind es wunderschöne, aber alte, denkmalgeschützte Gebäude“, so Eger. Sie seien nicht für eine „Verwaltung moderner Art“ gebaut. Raumzuschnitte seien nicht optimal, barrierefreie Zugänge und Wartebereiche fehlten, etliche Wege seien alles andere als kurz. Dazu kommt seit einigen Jahren ein Zuwachs der Verwaltung in vielen Bereichen. Eger nennt als Beispiele den Bereich Tiefbau, der aufgestockt werde, um den Unterhaltungsstau am Straßennetz zu mindern, das geplante Soziale-Stadt-Projekt in Süd und die Aufstockung des kommunalen Vollzugsdiensts. Für die vergrößerte Abteilung für Flüchtlingsbetreuung sind bereits Räume im Erdgeschoss des ehemaligen „Tor zur Pfalz“ hinzugekommen. „In der ganzen Verwaltung ist der Trend spürbar, dass die Aufgabenfülle zunimmt und zugleich die Regulatorik und die Anforderungen an die Detailgenauigkeit steigen“, erläutert der Oberbürgermeister. Derzeit gibt es laut Eger mehrere Ideen für Abhilfe in der Raumfrage. Andere Optionen seien hingegen nicht geeignet. Ein Überblick.
Maximilianstraße 99
2017 oder 2018 schließt das Antiquariat „Bücherwurm“ von Klaus-Uwe Belendorff im Sophie-la-Roche-Haus. Die Stadt übernimmt dann den freiwerdenden Bereich im Erdgeschoss. Das Gebäude gehört ihr schon. Kommen soll dort ein für Bürger leicht zugängliches Bauberatungsbüro. Die entsprechenden Stellen sind heute im benachbarten Stadthaus verteilt.
Maximilianstraße 94
Die frühere Sparkassen-Hauptstelle an der Alten Münze ist das Vordergebäude der Großen Himmelsgasse 10, in der unter anderem das Standesamt sitzt. Seit die Filiale 2016 geschlossen wurde und nur noch Automaten für Kunden zur Verfügung stehen, stehen Räume leer. Plan der Stadt: mehr Platz für das Ordnungsamt schaffen, barrierefreien Zugang über die Seitengasse und einen zentralen Empfang. „Wir werden uns mit der Sparkasse über den Verkaufspreis unterhalten“, kündigt Eger an.
Maximilianstraße 1 und 4
Zwei Einheiten des Vikarienhofs stehen laut Eger leer, die Stadt verhandle mit dem Bistum über eine mögliche Miete. Es gehe um das Eckhaus und das Haus neben der Polizei. Einziehen könnten Verwaltung, die stark projektbezogen arbeiten und seltener den Austausch mit anderen Einheiten suchten, etwa die Wirtschaftsförderung oder die Soziale Stadt.
Wo eher nichts geht
Im „Tor zur Pfalz“ sind wohl noch bis 2018 Flüchtlinge einquartiert; dort danach die Anzahl der Büros aufzustocken wäre schwierig, so Eger: Das Landesgebäude sei als Hotel ausgebaut. In der Alten Münze ist der bisherige Telekommunikationsladen ausgezogen – zu klein und keine Anbindung an die anderen Büros, so der OB. Eine Vermietung sei ausgeschrieben – für 3750 Euro kalt. Im Flüchtlingsheim Engelgasse, das das Bistum der Stadt überlassen hat, stehen zwar noch Stockwerke teils leer, sie seien aber für Begegnung und Sozialbetreuung vorgesehen, so Eger. Einen Teil davon habe die Caritas schon angemietet.
Und ein Neubau?
Das frühere Stiftungskrankenhaus in der Nähe des Königsplatzes schwebt dem Personalrat der Stadt als Standort vor. Im Jahr 2018 wird es als Klinik aufgegeben, danach ist ein Abriss oder Umbau denkbar. Auch von Wohnbebauung dort war schon die Rede. „Ich weigere mich nicht, sehr ernsthaft über den Neubau einer Verwaltung dort nachzudenken“, so Eger. Es gebe es aber viele Nachteile: die Erschließung im Altstadtbereich, die Kosten und die Frage, ob die alten Gebäude verkauft werden könnten. Dies wiege alles sehr schwer.