Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Speyer: Die einfallsreichsten Angebote auf den Weihnachtsmärkten

Stolze Künstlerin: Stefanie Erles mit ihren Pfalz-Engeln aus alten Fassdauben.
Stolze Künstlerin: Stefanie Erles mit ihren Pfalz-Engeln aus alten Fassdauben. Foto: Lenz

Es weihnachtet sehr. In Speyer gab es am zweiten Adventswochenende nicht nur den Weihnachtsmarkt in der Maximilianstraße. Auch im Industriehof, auf dem Berliner Platz und bei den Schulen im Vogelgesang wurde gefeiert. Die RHEINPFALZ hat sich diese drei Märkte angeschaut und stellt eine subjektive Auswahl vor: Das waren die einfallsreichsten Verkaufsangebote.

Industriehof: Engel aus Treibholz

Klein, aber fein: Damit ist „Weihnachten im Industriehof“ trefflich beschrieben. Unter knapp zehn Zelten haben Anbieter bei der Premiere am Samstag kunsthandwerkliche Unikate, Speisen, Getränke und Schokolade verkauft. Einige Geschäftsinhaber haben parallel ihre Läden geöffnet. Unter einem weißen Pavillon fand sich das Angebot des Tages: Stefanie Erles präsentierte ihre „Pfalz-Engel“, gefertigt im „himmlischen Atelier“ in Harthausen, wie sie erzählte. Grundlage dafür waren demnach alte Pfälzer Rotweinfässer, die die Künstlerin zuvor als Stehtische benutzt hatte.

„Flügel dran und Köpfe drauf – fertig“, beschrieb die Harthausenerin die Entstehung ihrer Himmelswesen. Jedes ein Unikat. In der Vergangenheit habe sie geflügelte Boten aus Treibholz von Rhein und Nordsee entwickelt, so sei sie auf die Idee für ihre Pfalz-Engel gekommen. Erles liebt himmlische Zeiten wie Weihnachten, und sie liebt ihre Heimat. Dafür habe sie eine weitere Künstlerin gewinnen können, erzählte Erles. Original Speyer-Engel aus Keramik habe sie deshalb auch im Marktsortiment. Einer trägt eine Brezel vor sich her.

Die perfekte Ergänzung zu diesen Unikaten gab’s nebenan bei Hagen Groß in der gleichnamigen Kunsthandwerkstatt: Er hat einen „Engellandeplatz“ erarbeitet. Der metallene, mit Goldfarbe besprühte Schriftzug ist mobil einsetzbar. Die „Industriehofmischung“ konnte bei der Kaffeerösterei Schramm verkostet werden. Im neu eröffneten Second-Hand-Laden „Vintage im Industriehof“ gab es etliche Engel, Wichtel, Schneemänner oder Elche zu bewundern und für kleines Geld zu erwerben. Die Auswahl war abends nicht mehr groß.

Berliner Platz: Gemüse aus Filz

Fast ist es schon traurige Tradition: Am Tag des Weihnachtsmarkts auf dem Berliner Platz regnet und stürmt es. Die Veranstalter haben aus Erfahrung gelernt und die Zelte am Sonntag fest aneinander gebunden. Darüber war auch Susanne Brenzinger heilfroh. Ihre filigranen Filzarbeiten hätten so manchen Windstoß ohne entsprechende Vorkehrungen nicht überstanden. Ganz so schlimm kam es beim Wetter letztlich nicht, und das Gemüseangebot aus Filz blieb in der Kiste der Hobby-Künstlerin. Seit 15 Jahren sei Filzen ihr Hobby, erzählte Brenzinger von einem Kurs, mit dem einst alles begonnen habe. Inzwischen braucht Brenzinger mit aller Übung rund eine halbe Stunde für jede Banane, Karotte, Pflaume, jeden Apfel, Pilz oder Salatkopf.

Bei der Speyererin gibt es auch Filz-Konfekt, das ohne Reue zu genießen ist. Brenzingers Wichtel beim Markt des Stadtteilvereins Speyer-West sind ausschließlich Eigenkreationen. „Sie werden mit Seifenlauge gefilzt, das Gesicht wird mit spezieller Nadel darauf gestaltet“, führte sie Standbesucher in die Geheimnisse ihres Lieblingshandwerks ein. „Verdienen kann man damit nicht viel“, räumte sie ein. Vom Verkaufserlös schaffe sie sich Material für neue gewalkte Schöpfungen an. Diesmal sind es „Dom-Säckchen“ mit einem roten Filz-Kaiserdom auf der Vorderseite. „Extra für Speyerer“, betonte Brenzinger.

Vogelgesang: Leuchten und Schallplatten

Am Samstag fand der siebte gemeinsame Weihnachtsbasar der Grundschule im Vogelgesang und der Johann-Heinrich-Pestalozzischule für ganzheitliche Erziehung am Standort der beiden Schulen statt. Hier fanden an den Ständen in der Grundschule die Bastelarbeiten der Kinder beider Lehranstalten viele begeisterte Abnehmer. Unter den Geschenk- und Dekorationsideen am meisten beachtet: bemalte Leuchtflaschen und aus ausgedienten Langspielschallplatten geformte Teller und Gestelle. Die kreativen Ideen zur Neuverwertung von Gegenständen überzeugten.

„Jetzt kommt pünktlich zum Adventssingen unserer Schüler sogar die Sonne heraus“, freute sich Carina Kauf, Leiterin der Grundschule, bei der Begrüßung der zahlreichen Besucher auf dem Pausenhof. „Kommen Sie und greifen Sie zu“, warb ihre Amtskollegin Insa Ollesch von der Pestalozzischule. Schon zu einer Institution ist der Weihnachtsbaumverkauf vor der Schule geworden, der rege genutzt wurde. Auch für das leibliche Wohl wurde an den Ständen der beiden Schulen bestens gesorgt. Von einer Kürbissuppe über Bratwurst, Burger und Flammkuchen bis hin zur obligatorischen Waffel reichte das kulinarische Angebot im Schulhof. Gut besucht war auch das Café in den Räumlichkeiten der Pestalozzi-Förderschule. Das bunt gemischte Publikum und die Kooperation der beiden schulen trugen zum inklusiven Charakter der Veranstaltung bei.

Weihnachts- wie Wochenmarkt: Susanne Brenzinger mit ihrer Gemüsekiste aus Filz.
Weihnachts- wie Wochenmarkt: Susanne Brenzinger mit ihrer Gemüsekiste aus Filz. Foto: Lenz
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