Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel So stehen Experten zur Einführung eines Hundeführerscheins

Training für den „Hundeführerschein“: In Niedersachsen ist das seit Juli 2013 für Hund und Halter verpflichtend.
Training für den »Hundeführerschein«: In Niedersachsen ist das seit Juli 2013 für Hund und Halter verpflichtend.

In Niedersachsen sind Hundebesitzer seit 2013 verpflichtet, einen „Hundeführerschein“ abzulegen. In Rheinland-Pfalz gilt diese Regelung nicht. Speyerer Hundeexperten haben zur möglichen Verpflichtung hierzulande eine eigene Meinung.

Ohne klare Regeln geht nichts. Für Hund und Halter führt der erste Weg deshalb in der Regel in die Hundeschule, die von örtlichen Vereinen angeboten wird. In Speyer und dem Umland übernehmen das der Hundesportverein Speyer (HSV) und die Ortsgruppe Speyer-Dudenhofen des Vereins für Deutsche Schäferhunde. Letztgenannte hat ihren Übungsplatz in Dudenhofen. Aber nicht jeder frischgebackene Hundebesitzer bringt seinen Welpen in die vereinsinterne Hundeschule. Es gibt auch private Hundeschulen oder auch Einzelstunden beim Hundetrainer, mit denen sich Hund und Halter auf die Prüfungen vorbereiten können. In Rheinland-Pfalz sind diese Prüfungen jedoch grundsätzlich freiwillig.

In Niedersachsen ist das anders: Hier müssen Hundebesitzer seit Juli 2013 einen sogenannten Sachkundenachweis vorlegen, der bescheinigt, dass sie in der Lage sind, einen Hund zu halten und im Griff zu haben. Das gilt für alle Rassen. In Rheinland-Pfalz gibt es diese Regelung nicht, mit einer Ausnahme: Für sogenannte Listenhunde, also Tiere, die als gefährlich eingestuft werden, müssen Besitzer einen Sachkundenachweis vorlegen können.

Keine bundesweite Regelung

Eine erste Bilanz der Regelung in Niedersachsen teilt Alexandra Schönfeld von der Pressestelle der niedersächsischen Landesregierung auf Anfrage mit: „Der Erfolg des niedersächsischen Gesetzes über das Halten von Hunden (NHundG) lässt sich nur schwer mit Zahlen erfassen. Generell gilt das NHundG als bundesweit vorbildlich, die Resonanz auf die Einführung des Sachkundenachweises ist allgemein sehr positiv. Durch die Sachkundeprüfungen und die allgemein gestiegene Aufmerksamkeit für das Thema kann von einer deutlichen Verbesserung bei der Hundehaltung ausgegangen werden.“ Bundesweit einheitliche Richtlinien für einen solchen Hundeführerschein gibt es im Übrigen nicht. Die Regelung ist Ländersache.

Dass ein verpflichtender Hundeführerschein auch in Speyer und Umgebung sinnvoll wäre, würde der Vorsitzende der Ortsgruppe Speyer/Dudenhofen des Vereins für Deutsche Schäferhunde, Wilhelm Münch, nicht so einfach unterschreiben. „Aus Sicht des Vereinsvorsitzenden sehe ich das durchaus als sinnvoll an. Aus Sicht einer Privatperson muss man sich aber fragen: Will man die Leute zu einer weiteren Sache verpflichten?“ Aus seiner Erfahrungen würden die Hundebesitzer, die im Hundesport aktiv werden möchten, sich sowieso intensiver mit ihren Tieren befassen. „Zwei bis drei Mal Training die Woche braucht es da schon.“ Münch sieht in der intensiven Beschäftigung und dem Training mit dem eigenen Hund nicht nur einen Vorteil für das gemeinsame Zusammenleben oder Ausflüge unter Menschen. „Auch der Hund wird durch Training gefordert.“

Münch rät, bei der Auswahl der Hundeschule oder des Trainers darauf zu achten, dass nicht mit aversiven Methoden, die den Widerwillen des Hundes hervorrufen können, gearbeitet wird. Dazu gehören laut Münch Schläge, Tritte, Würgeschlingen oder Stachelhalsbänder.

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