Speyer Sehr offen
«DUDENHOFEN.» Ideen? An denen mangelt es dem 32-Jährigen nicht. Eines aber ist für ihn maßgebend: „Sie müssen zur Gemeinde passen.“ Nickeleit beginnt deshalb mit kleinen Neuerungen. Die Zahl der Künstler wächst von 14 auf 16. „Ich habe alle gebeten zusammenzurücken“, sagt er. Nicht leicht sei es gewesen, die Steigerung durchzubringen. „Ich hab es durchgekämpft“, beschreibt Nickeleit den Erfolg. Von dem Konzept Kreativtage war er begeistert, seit er vor drei Jahren von Mannheim nach Dudenhofen zog und davon hörte. „Es ist toll, dass ein Bürgermeister so eine Non-Profit-Sache ins Leben ruft“, lobt Nickeleit im Fachjargon. Er hat Kunstgeschichte auf Lehramt und Philosophie studiert. Heute ist er Leiter des bauteil.b, das in Mannheim Coworking Space, also flexibel anmietbare Büros, anbietet. Die Mieter, zum Beispiel Freiberufler oder kleine Start-up-Unternehmen, gehen dabei ihren Tätigkeiten getrennt, aber an einem gemeinsamen Ort nach. Betreibergesellschaft sind die Mannheimer Förderzentren. Nickeleit, der ein Faible für Fernreisen hat, ist ein verantwortungsbewusster und gesellschaftsorientierter Mensch. In seiner Heimatgemeinde hat er sich direkt nach dem Zuzug im Asylkreis eingebracht. Eigeninitiativ hat er bei Ortsbürgermeister Peter Eberhard (CDU) angeklopft. „Ich wollte mich noch mehr einklinken“, berichtet Nickeleit. Die Kreativtage waren schnell als Gesprächsthema auf dem Tisch. Wieder nutzt Nickeleit sein Know-how als Berater, um seine Motivation zu formulieren: „Ich koordiniere gerne, reguliere und schaue, dass die Prozesse so angepasst werden, dass etwas Ordentliches herauskommt.“ Adäquat für Dudenhofen muss es sein, weiß er. Trotzdem wirft er bereits lose Gedanken in den Raum, deren Umsetzung er sich durchaus vorstellen kann. „Vielleicht stelle ich mal einen Foodtruck hin oder ein Flying Barista“, sagt Nickeleit. Zukunftsmusik ist das. Jetzt lässt er erst einmal die Feuertaufe auf sich zukommen. „Alle sollen etwas davon haben“, lautet Nickeleits Wunsch. Ebenso möchte er, dass sich alle weiterentwickeln und die Ergebnisse auch der Öffentlichkeit zeigen können. Der Organisator ist leidenschaftlicher Museen-Besucher und liebt die Malerei in Acryl. „Wenn ich den Kopf frei kriegen muss, setze ich mich hin und male“, sagt er. Farben sind seine Passion, kräftig und intensiv müssen sie wirken. „Für mich muss es zusammenpassen“, macht Nickeleit deutlich, dass die Zufriedenheit mit dem eigenen Werk vornan steht. Inspiriert hat ihn der US-Amerikaner Jackson Pollock, ein Vertreter des abstrakten Expressionismus und bekannt geworden durch Action Painting. Nickeleit, der ehrenamtlich noch im Speyerer Zimmertheater hilft und sich seit Neuestem der Imkerei zugewandt hat, brennt für die Kreativtage als neue Aufgabe. Deren Ausgestaltung in den kommenden Jahren betreffend versichert er: „Ich bin sehr offen.“