Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Schulsekretärin über Corona: „Bin heilfroh, gesund zu sein“

Fühlt sich am Arbeitsplatz „relativ sicher“: Sabine Schmitt.
Fühlt sich am Arbeitsplatz »relativ sicher«: Sabine Schmitt.

Adventskalender Hoffnungslicht (7): Viele Speyerer sind in der Corona-Krise besonders gefordert. Was ist ihr Hoffnungslicht im Advent? Heute: Sabine Schmitt.

Im Vorzimmer des Schulleiters der berufsbildenden Johann-Joachim-Becher-Schule (BBS) klingelt das Telefon im Minutentakt. Schüler melden sich krank, besorgte Eltern fragen nach praktikablem Unterricht in Pandemiezeiten oder wollen über Für und Wider einer Corona-Impfung reden, Lehrer berichten vom Verdacht auf Infizierung, Behörden sagen Testergebnisse durch. Schmitt berät, tröstet, informiert, gibt Fallzahlen an Stadt sowie Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion.

„Im Moment ist die Arbeitsbelastung für mich und meine beiden Kolleginnen schon groß“, sagt sie und bleibt dennoch gelassen. „Ich bin einfach nur heilfroh, gesund zu sein.“ Jedes Kratzen im Hals erinnere sie an das Risiko, an Covid-19 zu erkranken. Schmitt geht vorsichtig mit der Situation um, lässt sich aber die Lust auf Arbeit und Leben nicht vom Virus nehmen. „Am Arbeitsplatz fühle ich mich relativ sicher“, sagt die 58-jährige Schulsekretärin. Bedauerlich sei die persönliche Kontaktbeschränkung in der Schule. „In den Arm nehmen geht nicht. Die Trennscheibe ist immer zwischen mir und meinen Besuchern“, sagt Schmitt. „Eigentlich mag ich Trubel.“ Am meisten vermisst sie den Mittagstisch im Schulbistro und die Weihnachtsfeier im Kollegenkreis.

Weihnachten im kleinen Kreis

Zu Hause werde sie das Fest auf Mann und Sohn beschränken. Auch ohne Vereinssport und Singen im Chor will sie die Vorweihnachtszeit genießen. Nach Einbruch der Dämmerung bummelt sie durch Harthausen, betrachtet die geschmückten Häuser der Nachbarn. Schmitt stellt ein weihnachtliches Gesteck auf ihren Schreibtisch. „Bald ist alles wieder wie früher“, ist sie überzeugt und schaltet ein Licht an.

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