Speyer
Schülerinnen der Edith-Stein-Realschule erstellen einen Adventskalender für Senioren
Welche Aufgaben übernehmen Sie in ihrem Engagement?
Die Adventskalender sind Hefte im DIN-A4-Format mit Gedichten, Geschichten, Rätseln und Bildern. Ich übernehme das Motivieren und Anleiten der Schülerinnen, die Zusammenstellung des Heftes und den Kontakt zur Stadt Speyer. Es ist das dritte Jahr, dass wir in Kooperation mit der Stadt ein Heft für die Speyerer Senioren gestalten und produzieren. Verteilt werden sie über die Gemeindeschwester plus Alexandra Mally.
Wie ist die Idee dazu entstanden?
Die Idee ist während Corona entstanden. Damals hat Bürgermeisterin Monika Kabs dazu aufgerufen, die Seniorenheime der Stadt zu unterstützen. Da ich dies nicht aktiv konnte, wollte ich mit den Schülerinnen der Edith-Stein-Realschule einen Beitrag leisten. Damals ist mit den Schülerinnen, die im Online-Unterricht waren, das Gute-Laune-Heft entstanden. Die Adventskalender sind sozusagen das jährliche Folgeprojekt.
Was ist das Schwierigste daran?
Dazu habe ich meine Schülerinnen befragt, hier ein paar Antworten: „Mit Lust und Liebe etwas zu tun und nicht etwas ohne Lust hinzuschmieren.“ „Rechtschreibung, ordentliches Arbeiten, Auswahl der Geschichten und Gedichte so, dass es den Lesern gefällt.“ „Lesbarkeit für die Senioren, es musste groß, sauber und ordentlich geschrieben werden.“ Für mich ist das Schwierigste im Oktober schon ein Weihnachtsprojekt zu beginnen. Die Korrekturen und Zusammenstellung benötigen aber viel Zeit, so dass dieser Vorlauf nötig ist.
Was war ein besonderes Erlebnis?
Besonders toll fand ich die Rückmeldung einer ehemaligen Schülerin der ESR aus dem vergangenen Jahr. Die etwas ältere Dame hat den Adventskalender über Umwege erhalten, da sie mittlerweile in der Nähe von Stuttgart lebt. Sie war so gerührt von unserem Werk, dass sie mir als Ehemalige eine super liebe und dankbare E-Mail geschrieben hat. Insbesondere auch die Verbundenheit zu ihrer „alten“ Schule hat mich sehr gerührt.
Warum übernehmen Sie und die Schülerinnen dieses Projekt gerne?
„Ich habe mir die Gesichter der alten Omis vorgestellt, dass sie sich sehr freuen, dass jemand an sie denkt.“ „Ich finde es schön, dass man mit dem Adventskalender Menschen eine Freude machen kann“ – so die Rückmeldungen meiner Schülerinnen. Mir geht es ähnlich. Es macht einfach Spaß, am Adventskalender zu arbeiten, weil ich weiß, dass sich die Menschen darüber freuen. Ich bin aktuell sogar schon gefragt worden, ob es dieses Jahr wieder einen Adventskalender gibt. Eine ältere Dame hat sogar gesagt, falls es keinen gibt, hat sie den vom vergangenen Jahr extra gut aufgehoben, er wäre so schön gewesen.
Wissen die Menschen Ihren Einsatz zu schätzen?
Ja, absolut. Die Rückmeldungen sind so positiv, da bin ich mir sicher, dass die Leserinnen und Leser es zu schätzen wissen.
Was macht Ihre Aufgaben besonders?
Dank der Zusammenarbeit mit Gemeindeschwester plus Alexandra Mally kann der Kalender in Speyer viele Menschen erreichen. Das Projekt zeigt, wie wir in der Schule arbeiten. Uns ist unser christliches Leitbild sehr wichtig. Dies wollen wir neben den „normalen“ Unterrichtsinhalten an unsere Schülerinnen weitergeben.
Welchen Tipp würden Sie Interessierten mitgeben?
„Etwas mit Liebe machen, das wird von den Beschenkten wahrgenommen“ – so hat es eine meiner Schülerinnen formuliert. Es lohnt sich, die christlichen Werte zu leben und vorzuleben. Das ist mir besonders wichtig. Oft sind es die kleinen Dinge, die so viel bringen. Egal ob es das Grüßen im Flur, das Aufhalten einer Tür oder eben das Investieren von Zeit für andere ist. Es lohnt sich!
ZUR PERSON
Manuela Becker, 48 Jahre, leitet die Edith-Stein-Realschule und engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich in den unterschiedlichsten Bereichen der katholischen Kirche. In ihrer Freizeit joggt, kocht, backt und liest sie gerne.