Speyer Rettung aus dem Rückhaltebecken

Die Rettung beginnt: Der Schleifkorb wird in das Becken hinabgelassen. Hinten am Fuß der Leiter liegt der Dummy, der einen Verle
Die Rettung beginnt: Der Schleifkorb wird in das Becken hinabgelassen. Hinten am Fuß der Leiter liegt der Dummy, der einen Verletzten darstellt.

Damit im Ernstfall jeder Handgriff sofort sitzt, stand für das Technische Hilfswerk (THW) im Zuständigkeitsbereich der Regionalstelle Neustadt am Samstag die Übung „Herbstlaub“ auf dem Programm. Der Ortsverband Speyer beteiligte sich mit einem Unfallszenario im Rückhaltebecken in Dudenhofen. Die Aufgabe: eine verletzte Person retten.

„Ein Mitarbeiter ist von einer Leiter am Beckenrand abgestürzt, die seit dem Unfall gesperrt ist“, beschreibt Zugführer Andreas Garrecht vom THW Speyer die Situation. Als erste Helfer aus der Vorderpfalz rücken an diesem Samstagmorgen die Neustadter Kollegen mit Blaulicht und Martinshorn an. Auf dem blauen Gerätewagen fahren die neun Mitglieder der ersten Bergungsgruppe des THW Neustadt mit. Ein eigens aufgestelltes Schild mit dem THW-Zeichen und einem „M“ für Meldekopf sowie Warnbaken weisen ihnen den Weg von der Schillerstraße über den Feldweg zum Gelände des Rückhaltebeckens. Nach der Ankunft lässt sich Gruppenführer Thorsten Neubert sofort von Garrecht die Situation schildern und informiert Truppführerin Carolin Coffing, die sogleich die sieben Helfer mit verschiedenen Aufgaben betraut. Zwei von ihnen sollen die persönliche Schutzausstattung anlegen, andere Leiter, Seile und einen Schleifkorb – eine robuste Rettungstrage – an den Beckenrand bringen. Währenddessen verschafft sich Neubert in blauer Uniform und gelbem Helm einen besseren Überblick über die Lage: Wo genau befindet sich der abgestürzte Mitarbeiter? Wie tief ist das Becken? Wenige Minuten später klettert der erste Retter über die Leiter hinab und begibt sich zu dem Verunglückten. Wie sein Kollege, der ihm gleich mit der Sanitätstasche folgen wird, ist er mit einem Seil gesichert, um notfalls auch ohne Leiter wieder aus dem Becken herauszukommen. Vor dem Abstieg hat ihm Garrecht einen Zettel in die Hand gedrückt mit dem Hinweis, diesen erst zu lesen, wenn er den Verletzten erreicht. So erfährt er jetzt, dass der Mitarbeiter – dargestellt von einem Dummy – eine blutende Kopfwunde hat und nicht mehr ansprechbar ist. Diese Erkenntnisse gibt er an die Truppführerin weiter, von der er die Anweisung erhält: „Kopfverband anlegen und in stabile Seitenlage bringen.“ Anschließend unterrichtet sie per Funk die Haupteinsatzstelle in Landau, wo die Fachgruppe Führung Kommunikation die gesamte Übung an den verschiedenen Einsatzorten der Ortsverbände Speyer, Germersheim, Landau, Neustadt und Bad Bergzabern koordiniert. Der Rettungswagen ist alarmiert, der Notarzt wird bald eintreffen. Während die beiden THWler im Becken den Verletzten medizinisch erstversorgen, bereitet der Rest der Bergungsgruppe einen Leiterhebel vor. Dafür wird der Schleifkorb an der Leiter befestigt und mit vier Seilen ins Becken hinuntergelassen. Dort wird der Verletzte auf den Schleifkorb gelegt und festgeschnallt, ehe er aus dem Becken gehievt wird – wobei er die ganze Zeit in der Horizontalen bleibt. Oben angekommen, können ihn vier Helfer zum Mannschaftstransportwagen tragen, welcher zur Einsatzleitung dient und wo der Notarzt den Patienten übernimmt. Garrecht verfolgt jeden einzelnen Schritt aufmerksam, macht sich Notizen. Jetzt vermerkt er gerade positiv, dass die Träger den Verletzten in Blickrichtung transportieren. „Man sollte immer darauf achten, dass der Betreffende sieht, wohin er getragen wird“, erläutert er. Aufgrund seiner Aufzeichnungen bekommen die Helfer Rückmeldung darüber, wie sie sich geschlagen haben. Dazu trägt auch der Navigator der Neustadter bei: Der Einsatzort sei schwer zu finden gewesen, die genannte Adresse existiere nicht und die Koordinaten hätten nicht gestimmt. Mit GPS-Geräten wird der Sache auf den Grund gegangen. Ursache ist vermutlich ein Übermittlungsfehler der Regionalstelle. Garrecht weist die Einsatzleitung daraufhin, damit die nächsten Helfer richtig gelotst werden. Denn am Ende soll die Bergungsgruppe jedes Ortsverbands jede Übungsstation einmal durchlaufen haben.

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