Speyer Rehhäußer zeigt die lange Nase

LUDWIGSHAFEN. Mit einer starken Vorstellung und einem unerwartet deutlichen 5:1 (2:1)-Sieg bei Arminia Ludwigshafen hat Oberligist TuS Mechtersheim seinen 13. Tabellenplatz gefestigt. Der bedeutet am Saisonende den Klassenverbleib.
Aus der Bundesliga ist die Szene bekannt: Wer gegen seinen ehemaligen Verein ein Tor schießt, jubelt nicht. Kein Trikotausziehen, schon gar kein Tänzchen an der Eckfahne, nicht mal ein Lächeln umspielt die Lippen des Schützen. Doch es geht auch anders. Jens Rehhäußer jubelte nach seinen Treffern zum 2:1 und 3:1 geradezu euphorisch. „Das war eine Genugtuung für mich“, erklärte der 29 Jahre alte Mittelstürmer, dessen Stellenwert bei Arminia Ludwigshafen immer mehr gesunken war, im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Seit Saisonbeginn kickt Rehhäußer in Mechtersheim. „Obwohl er zuletzt nur auf der Bank saß, hat er ein überragendes Spiel gemacht“, sagte Trainer Manfred Schmitt. Eine Viertelstunde vor Schluss nahm er Rehhäußer vom Feld. „Er sollte den Applaus des Publikums bekommen. Den hatte er sich verdient“, erklärte der Coach. Schmitt setzte auf eine Abwehr-Fünferkette. „Das war der Situation geschuldet. Ich musste mir nach dem 0:6 gegen Hauenstein etwas einfallen lassen und wollte zunächst vorsichtig agieren, um Sicherheit zu bekommen“, verdeutlichte der Übungsleiter. Der TuS ließ aus dem Spiel heraus keine Chance der Gastgeber zu, präsentierte sich in der Abwehr stabil, verfügte über eine gute Raumaufteilung und vermied so Unterzahl in wichtigen Szenen. Eine ganz starke Partie lieferte auch Innenverteidiger Martin Rau (23). „Es war mein erstes Pflichtspiel 2015. Zehn Minuten haben wir gebraucht, um ins Spiel zu finden. Dann lief es“, sagte er. Rau erzielte das schöne 1:1: „Der Ball kam direkt auf meinen Kopf, und ich war unbedrängt.“ Kevin Sigl bereitete den Ausgleich mit einem ideal geschlagenen Eckball vor. Er verrichtete mehr Defensivarbeit als sonst. „Ich wollte mit drei spielstarken Akteuren vor der Abwehr der Arminia keinen Raum lassen. Zudem sollten sie das Spiel ankurbeln und unseren Offensivbemühungen Impulse verleihen“, erläuterte Schmitt seine Überlegungen. Auch dieser geglückte Schachzug mit dem Trio Jannick Immel, Florian Hornig und Sigl stellte sich als ein Mosaiksteinchen des Erfolges heraus. Unter dem Strich steht ein Auftritt der Mannschaft, der Mut für die kommenden Partien macht, auch wenn das 5:1 angesichts der Schwäche der Arminia nicht überbewertet werden sollte. So leisteten die Gastgeber bei den Toren von Shkodran Rexhaj zum 4:1 und Fabian Eck zum 5:1 fast keine Gegenwehr mehr. Schmitt: „Ich bin stolz auf die Jungs. Nach einem 0:6 so zurückzukommen, spricht für das Team.“