Speyer
Purrmanns Elternhaus soll in städtische Hände kommen
Speyer ist stolz auf Maler Hans Purrmann (1880 bis 1966). Seit 1990 beherbergt das nach ihm benannte Museum in der Kleinen Greifengasse die größte öffentliche Sammlung von Werken Purrmanns und seiner Ehefrau Mathilde Vollmoeller-Purrmann. Es wurde im Gebäude eingerichtet, in dem Purrmanns Vater ab dem 19. Jahrhundert ein Maler- und Tünchergeschäft betrieb. Über den Hinterhof grenzt es an die Schwabsgasse 9, ein nachbarockes, ebenfalls unter Denkmalschutz stehendes Gebäude, das als Elternhaus Purrmanns gilt. Die Stadt will es jetzt erwerben.
Dabei handelt es sich um eine der meist Immobilien betreffenden Positionen, die als Investitionen über 50.000 Euro im Entwurf des städtischen Haushaltsplans für 2026 stehen. Rund 400.000 Euro sind für das Haus eingeplant – und zu einem großen Teil durch Einnahmen gegenfinanziert: Der Stadtrat hat in seiner vergangenen Sitzung schon der Annahme von Spenden über 265.000 Euro zugestimmt, die laut Bürgermeisterin Monika Kabs (CDU) von der Speyerer Klammer-Stiftung, vor allem aber von Nachfahren des Künstlerehepaares Purrmann stammen, die sich schon lange für dessen Andenken in der Heimatstadt des Malers engagieren.
Die Stadt ergreife „die einmalige Möglichkeit, dieses Haus mit Geschichte zu erwerben“, berichtet Kabs. Es gehört heute ebenfalls einem Künstler, dem 85-jährigen Bildhauer Manfred Weihe, der es der Stadt angeboten habe. Der Plan, der noch bis Jahresende umgesetzt werden soll, sehe vor, dass Weihe Wohnrecht in dem schmucken Gebäude behält, und dieses später einmal für eine Erweiterung des Purrmann-Hauses genutzt werden könnte. „Wir brauchen Zeit für ein Konzept“, so Kabs, die sich „begeistert“ über das Angebot des stets für Kunst und Kultur in Speyer engagierten Weihe zeigt.
Weitere Investitionen geplant
Die anderen geplanten Investitionen umfassen neben einem weiteren Ankauf – Flächen, auf denen gegenüber der AfA in der Spaldinger Straße ein Gewerbegebiet entstehen soll (1,16 Millionen Euro) – unter anderem Gebäude, sie bereits im Besitz der Stadt sind:
-
-
-
Dazu kommen Neubauten
-
-
-
Deutlich über der 50.000-Euro-Grenze liegen auch Anschaffungen, unter anderem
-
-
Aufgeführt sind etwa auch Straßenbaumaßnahmen (1,91 Millionen Euro), Ausgaben für kommunale Zweckverbände für Förderschule und das Kinderzentrum Ludwigshafen (1,6 Millionen Euro) oder die noch ausstehenden Kostenanteile für den Umbau von Feuerbachpark und Melchior-Hess-Anlage sowie die Uferkorrektur am Russenweiher.
Insgesamt weist der Haushalt ein Rekordvolumen von 245 Millionen Euro auf. Der bei der Vorstellung des Zahlenwerks durch Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) im November mit 23 Millionen Euro bezifferte Fehlbetrag hat sich laut Stadt inzwischen auf 19,16 Millionen Euro verringert. Grund dafür seien – neben weiteren kleinen Veränderungen – Ergänzungszuweisungen zur Überbrückung besonderer Belastungen von 4,19 Millionen, die das Land kurzfristig zugesagt habe. Es handle sich um ein Sonderbudget für kreisfreie Städte, das um zwei Jahre verlängert worden sei, so Seiler.
Abstimmung am 11. Dezember
Die OB wollte in einer Sitzung des Hauptausschusses von den Fraktionen wissen, ob diese den Haushalt samt Nettoneuverschuldung von 13,6 Millionen Euro mittragen wollen oder ob sie noch Änderungswünsche haben. Die Politiker hielten sich jedoch überwiegend bedeckt. Klar äußerten sich die Grünen, die auch am intensivsten zu einzelnen Ansätzen nachgefragt hatten: Die Fraktion würde zwar gern „deutlich mehr Ansätze für Klimaschutz“ im Haushalt sehen. „Wir blockieren aber nicht.“