Speyer Noch mehr Personal
Der Online-Versandhändler Amazon beschäftigt in seinem neuen Logistikzentrum in Frankenthal nach eigenen Angaben bereits mehr als 1500 Leute. Auch mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft „suchen wir weitere Mitarbeiter“, sagt Standortleiter Johannes Weingärtner (33) im RHEINPFALZ-Gespräch.
Mit einem Kernteam von 300 Beschäftigten hatte Amazon am 6. August den Betrieb im Frankenthaler Gewerbegebiet „Am Römig“ aufgenommen. Die nach früheren Ankündigungen „für das erste Betriebsjahr“ anvisierte Zahl von 1000 Mitarbeitern sei bereits nach sechs Wochen überschritten worden, sagt Thorsten Schwindhammer, Amazon-Pressesprecher für die Region Südwest. Das jüngste deutsche Logistikzentrum bringt nach seinen Angaben nun täglich bereits „mehrere Tausend Pakete an Kunden in Europa“ auf den Weg. Über acht Millionen Artikel seien eingelagert. Weiterhin gesucht würden „Versandmitarbeiter, Schichtleiter, Abteilungsleiter, Techniker und Trainer“. Auch mit Blick auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft arbeitet Amazon zum Teil mit Zeitverträgen. Langfristig, erklärt Schwindhammer, „sind 75 Prozent feste Arbeitsverhältnisse geplant“. „FRA7“, wie der Betrieb bei Eppstein im Amazon-Netzwerk genannt wird, ist neben dem Standort Winsen der zweite in Deutschland, der bereits modernste Transportrobotertechnik einsetzt. „Mehr Ware auf kleinerem Raum“ könne man damit umsetzen, unterstreicht Standortchef Weingärtner, „und das ist ein Kostenvorteil“. Zudem würden die Mitarbeiter entlastet und viele Abläufe beschleunigt. Was das heißt, demonstrieren die Amazon-Verantwortlichen bei einem Rundgang. Die Roboter sind kleine, rollende Kraftpakete mit Elektroantrieb. Auf Befehl können sie ganze Regale, gefüllt mit Waren, anheben und ans Wunschziel bringen. Was per Lkw angeliefert wurde, gelangt per Roboter – auf kleine Kunststoffkörbe verteilt – in die Hallen. Mitarbeiter wie Armen Alijaj verteilen die Ware dann auf die Fächer der Regale, die Roboter vor ihnen platziert haben. Soll Ware versandt werden, läuft es umgekehrt: Der Roboter rollt auf Befehl samt gefülltem Regal zu den Kommissionierern. Shaib Jama Jusuf, einer davon, greift sich die Stücke heraus, und legt sie in einen Transportkorb. Weiter geht’s über ein ausgetüfteltes Transportsystem. „In Frankenthal sind 18,3 Kilometer Fördertechnik verbaut“, so Schwindhammer. Das sei „Rekord in einem deutschen Amazon-Logistikzentrum“. Die Waren gelangen über zwei Zwischenstationen zu den Kunden. „Zunächst werden sie gesammelt in Sortierzentren geliefert“, erklärt Schwindhammer. Dort werden die Päckchen geordnet nach Empfänger-Regionen und wandern dann weiter in Verteilzentren, wie es eines in Mannheim gibt. Erst da übernehmen Paketdienste wie DHL oder Hermes die Auslieferung. Amazon Frankenthal ist international aufgestellt. „Wir haben hier über 60 Nationalitäten im Betrieb“, sagt Schwindhammer. Auch „einige Menschen mit Fluchthintergrund“ gehörten dazu. Man verständige sich vor allem auf Deutsch und Englisch. Der Betrieb in dem 88.000 Quadratmeter großen Logistikzentrum habe sich schon ganz gut eingespielt, stellt Weingärtner fest. Den Mitarbeitern stünden 1200 Parkplätze zur Verfügung. Überraschend stark gefragt seien die Fahrrad-Abstellmöglichkeiten. Man hoffe, die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr noch weiter verbessern zu können. Im Laufe des kommenden Jahres will Amazon seinen Betrieb auch für angemeldete Besuchergruppen öffnen. „Wir wollen gute Nachbarn sein“, betont Schwindhammer.