Speyer
Noch keine Einigung zu Brücke in den Vogelgesang
Keine Widerstände gibt es gegen die Neugestaltung des Platzes der Stadt Ravenna. Das wurde am Dienstagabend im städtischen Bauausschuss deutlich, der dem Stadtrat das auf 975.000 Euro geschätzte Projekt einstimmig empfohlen hat. Es bleibt beim nach mehreren Runden der Bürgerbeteiligung vorgestellten Grundkonzept, den Platz optisch und funktional dreizuteilen: im Norden WC-Anlage und Spielfläche, dazwischen ein Veranstaltungs- sowie Wochenmarkt-Areal, im Süden Rasenfläche. Bedauern von der CDU gab es dazu, dass die Stadt eine Wasservernebelungsanlage aus Hygienegründen nicht will, insgesamt aber große Zustimmung. „Wir bewässern die Grünflächen, auch dadurch erreichen wir Verdunstung und Kühlung“, so der städtische Planer Steffen Schwendy.
„Massiv und klotzig“
Problematischer gestaltet sich die geplante neue Verbindung aus dem Vogelgesang über die B39 zum Kreisel am Lidl. Von drei Entwürfen für einen Radfahrer- und Fußgängersteg hatte die Stadt die kürzeste und schlichteste Verbindung, eine Betonbrücke für rund 980.000 Euro, empfohlen. Die Politiker im Ausschuss zeigten sich teilweise skeptisch. Die „massive, klotzige Betonbrücke“ sei aus seiner Sicht nicht die schönste Variante, so Michael Neugebauer (SWG). Die Alternativen seien eleganter. Auch Axel Wilke (CDU) vermisste den „Wow-Effekt“. „Auch Brückenbauwerke können stadtbildprägend sein“, warb er für eine geschwungene Variante, die zwar 14 Meter länger und rund 200.000 Euro teurer sei, allerdings auch weniger Steigung aufweise.
Walter Feiniler (SPD) war hingegen klar für die vorgeschlagene Variante, die Bernd Reif, städtischer Fachbereichsleiter, als „kurz, aussagekräftig, gut umzusetzen“ lobte. Sie habe ein aufwändiges Geländer, mache durchaus etwas her. Vor allem berücksichtige sie den Verlauf einer Gashochdruckleitung und einer Ölpipeline auf der Seite der Paul-Egell-Straße, was die Entwickler der anderen Entwürfe nicht getan hätten. OB Stefanie Seiler (SPD) will nun nochmals prüfen und eine Stellungnahme der Behindertenbeauftragten einholen, ob weniger Gefälle wichtig sein könnte.
Nach den Sommerferien soll bei einem Ortstermin die Situation nochmals begutachtet werden. Eigentlich ist das Treffen von Politikern, Verwaltungsmitarbeitern und Bürgern laut Seiler vorgesehen, um eine Linie für das geplante Wohnprojekt auf dem nahegelegenen Normand-Sportplatz zu finden. Ein Vortrag von Gutachter Michael Probst von der Ingenieurgesellschaft Björnsen machte am Dienstag deutlich: Die Erschließung würde teuer werden. Je nachdem, wie und mit welchem Material der rund vier Meter tiefer als die Umgebung liegende frühere Sportplatz aufgefüllt würde, könnten es über 1000 Euro pro Quadratmeter sein – zu viel. „Es ist wichtig, dass Einsparmöglichkeiten genutzt werden“, so Probst: Eine Altlastensanierung müsste vom Bund bezahlt werden und die Stadt die Erlaubnis erhalten, zum Auffüllen Material aus einer illegalen Altablagerung im Stadtwald zu verwenden.
Knackpunkt Kosten
OB Seiler kündigte einen Termin mit Hannes Kopf, Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd des Landes, an, in dem sie über die Altablagerung verhandeln werde: Für deren Verwendung bei Normand sei die Zustimmung des Landes erforderlich. „Das könnte der Knackpunkt sein.“ Seiler betonte das Entwicklungspotenzial der Fläche, aber wie die teils „ernüchterten“ Fraktionen auch Risiken. „Wir von der SPD haben gewusst, dass das ein schwieriges Gelände ist“, so Feiniler. Er bezweifle, ob es die von Probst erwähnten 182 bis 235 Wohnungen zu erschwinglichen Kosten geben könne. „Wir müssen darlegen, für welchen Preis wir den Weg gemeinsam gehen“, so OB Seiler.