Speyer Neue Stelle für Paten

Eltern von Kindern bis zu drei Jahren entlasten – dieses Ziel verfolgt das Jugendamt des Rhein-Pfalz-Kreises seit dem Frühjahr 2014 mit dem Projekt Familienpaten. Nach dem gelungenen Start soll sich nun in Zukunft das Familienzentrum Nova in Neuhofen federführend darum kümmern. Eine entsprechende Vereinbarung mit dem Verein hat der Jugendhilfeausschuss nun beantragt.
„Erfunden haben wir’s nicht“, sagte Thomas Hauck, Referatsleiter für Erziehungshilfen und Jugendschutz beim Kreisjugendamt. Denn das Projekt sei im Zuge der Bundesinitiative „Netzwerke Frühe Hilfen und Familienhebammen“ ins Leben gerufen worden. „Wir wollten Ehrenamtliche für die Kinderbetreuung gewinnen“, ergänzte er. Diese sogenannten Familienpaten sollten ein- oder zweimal die Woche Mütter oder Väter entlasten, indem sie sich eine Weile um deren Nachwuchs kümmern, sodass die Eltern zum Beispiel ein wenig Schlaf bekommen oder wichtige Termine in Ruhe wahrnehmen können. Ebenfalls angedacht waren Hilfe beim Einkaufen, Unterstützung bei Behördengängen beziehungsweise Verwaltungsangelegenheiten sowie Anregungen und Tipps für Alltag und Erziehung. Eine Art „Erziehungshilfe light“ sollten sie jedoch nicht sein, betonte Hauck, sondern vielmehr Eltern bei Aufgaben entlasten, die früher die Großeltern oder Tanten übernahmen. Zudem sollte es sich um eine kurzfristige und auf einige Stunden in der Woche beschränkte Unterstützung handeln. Inzwischen gibt es seinen Angaben zufolge 50 Familienpaten, die 40 Familien unter die Arme greifen. Angeleitet werden die Ehrenamtlichen von vier Koordinierungsstellen, von denen jede eine Region im Rhein-Pfalz-Kreis abdeckt. Zu Nord gehören die Kommunen Bobenheim-Roxheim, die Verbandsgemeinde Heßheim und Lambsheim, zu Mitte Limburgerhof, Schifferstadt und Böhl-Iggelheim, zu West Mutterstadt sowie die Verbandsgemeinden Dannstadt-Schauernheim und Maxdorf. Die letzte Koordinationsstelle Ost und Süd umfasst die Verbandsgemeinden Waldsee und Römerberg-Dudenhofen. Der Erste Kreisbeigeordnete Martin Haller (SPD) bezeichnete die Familienpatenschaften als Erfolgsprojekt, das frühe Hilfe biete und langfristig auch dazu beitrage, viel Geld zu sparen. „Da die Bundesinitiative zum Jahresende in ein regelmäßiges Angebot übergeht, war es für uns ein logischer Schritt, das zu übergeben“, sagte Hauck. Als Partner hatte das Jugendamt das Familienzentrum Nova vorgeschlagen, mit dem eine Kooperation einschließlich Kostenbeteiligung geschlossen werden sollte und das dem Ausschuss Bericht erstatten müsste. Die Hanhofenerin Friederike Ebli (SPD) störte die überwiegend mündliche Information, da diese ausführlicher als die schriftliche Beschlussvorlage war. Zudem vermisste sie Informationen über Nova, nicht zuletzt warum die Wahl auf diesen Verein fiel. Informationen zu dieser Frage konnte Kreisjugendamtsleiter Thomas Baader geben. Er sagte, Nova sei das einzige Familienzentrum im Kreis. Es ist zentral gelegen und genieße einen sehr guten Ruf. Zudem werde es von Kreis und Land gefördert und als Partner auch vom Landesjugendamt befürwortet. Rosemarie Patzelt (FWG) sprach sich ebenfalls dafür aus: „Ich kenne Nova lange und gut, das Projekt ist dort gut aufgehoben.“ Am Ende stimmten alle Ausschussmitglieder für die Zusammenarbeit mit dem Familienzentrum Nova. (mamü)