Speyer Nachwuchs steht schon in den Startlöchern
Der Tag der Feuerwehr in Waldsee am Sonntag ist bei den vielen Besuchern gut angekommen. Bei Übungen vor der Sommerfesthalle haben sie einen Einblick in die Arbeit der Feuerwehrleute bekommen.
„Feuer!“ ruft ein kleiner Junge, der auf den Schultern seines Vaters sitzt und aufgeregt auf ein brennendes Haus zeigt. Zugegeben, ein sehr, sehr kleines Haus, aber es brennt lichterloh und dicke Rauchschwaden steigen in die Luft. Mit Blaulicht und Martinshorn kommt ein Feuerwehrauto an den Brandort vor der Sommerfesthalle. Mitglieder der Jugendfeuerwehr steigen aus und zeigen den vielen Kindern und Erwachsenen, die hinter der Absperrung stehen, wie ein Brand fachgerecht gelöscht wird. Peter Klauß, Wehrführer der Feuerwehr Waldsee, erklärt den Besuchern, was die Jugendfeuerwehrleute machen und warum sie es tun: Der Gruppenführer erkundet die Lage, instruiert seine Mannschaft. Die Läden des Feuerwehrautos werden hochgeschoben, Klappen geöffnet, die Schläuche ausgerollt und die Wasserversorgung hergestellt. Der erste Angriffstrupp fängt mit den Löscharbeiten an und wird bald vom zweiten Angriffstrupp unterstützt. Schnell ist das Feuer gelöscht. Eine angehende Feuerwehrfrau kommt mit einer Mistgabel und reißt das Holz auseinander, damit Glutnester nachgelöscht werden können. Aufgabe schnell und sauber erfüllt. Der Feuerwehrnachwuchs hat schon viel gelernt. Während die Jugend aufräumt, rollen ein paar Feuerwehrmänner einen alten Opel Corsa herbei. Auf dem Fahrersitz ist ein Dummie befestigt. Wenig später dringt dichter Qualm in den Fahrzeuginnenraum. Der „Fahrer“ ist ohnmächtig geworden, kann sich nicht mehr selbst aus dem Auto befreien. Die Wehreinheit Neuhofen zeigt nun, wie ein Fahrzeuginsasse geborgen wird, wenn die Autotüren blockiert sind. Mit dem HLF 20/16, dem modernsten Löschfahrzeug der Verbandsgemeinde, fahren sie vor. Während ein Feuerwehrmann die Heckscheibe einschlägt und einen Brandherd löscht, machen sich zwei Kameraden mit Rettungsschere und –spreizer an die Arbeit, das Auto zu öffnen. Wenig später ist der Dummie gerettet. „Irgendwie unheimlich“, murmelt eine Zuschauerin, „aber auch beruhigend, wenn man das sieht“. Nach den Vorführungen dürfen die Kinder endlich mit den Feuerwehrautos mitfahren. Das ist noch ein bisschen interessanter, als im Feuerwehrboot zu spielen. „Das Boot ist jedes Jahr der Renner“, sagt Klauß. Am Vormittag haben vor allem Erwachsene die Möglichkeit genutzt, sich die Fahrzeuge der Verbandsgemeinde-Feuerwehr genau anzuschauen und mit Feuerwehrleuten ins Gespräch zu kommen. Einige haben sich mit ihren Kindern gezielt nach der Jugendfeuerwehr erkundigt. Nicolai Nicke, der den Feuerwehrnachwuchs in Waldsee betreut, berichtet, dass es seit Kurzem eine Abteilung der Jugendfeuerwehr in Waldsee gibt. Jeden Mittwoch treffen sich von 18 bis 19.30 Uhr elf Jugendliche zwischen zehn und 16 Jahren. „Das dürfen aber gerne noch mehr werden. Wir haben Platz“, sagt Michael Jaspers, Wehrleiter der Verbandsgemeinde. Peter Klauß ist zufrieden mit dem Feuerwehrtag. Ziel war es, die Arbeit der Feuerwehrleute, die ja ohnehin schon sehr im Ort verwurzelt sind, bekannt zu machen. Es sind viele Besucher gekommen. Ziel erreicht.