Motorsport RHEINPFALZ Plus Artikel Mofarennen in der „Badewanne“

 Für die Renovierung der Radrennbahn in Dudenhofen wurden 800.000 Euro veranschlagt. Das Foto entstand beim Sprinter-Grand-Prix
Für die Renovierung der Radrennbahn in Dudenhofen wurden 800.000 Euro veranschlagt. Das Foto entstand beim Sprinter-Grand-Prix in der Badewanne.

DUDENHOFEN. Am 13. November 1971, einem bitterkalten Samstag vor 50 Jahren, ging es in der Dudenhofener „Badewanne“ heiß her. Die Stammtisch-Fußballer des ehemaligen Speyerer FC Ferdi (benannt nach dem Wirt der Weinstube „Zum Altpörtel“) veranstalteten ein Mofa-Rennen. Ungefähr 200 bibbernde Zuschauer übertrafen sich in der Radrennbahn des RV 1908 mit Ratschlägen, „wie mer die Dinger schneller mache könnt“.

Star dieser ersten derartigen Veranstaltung in der Pfalz war allerdings kein Mofa-Lenker, sondern der mit einigen der Hobby-Fußballer befreundeter Motorrad-Rennfahrer Heiner Rosenbusch aus Mutterstadt. Der war einige Zeit Deutscher Meister in der 350-ccm-Klasse geworden. Er ließ seine 350-er Yamaha zwar nicht in ihrer Spitzengeschwindigkeit von 250 Stundenkilometern um die 300-m-Bahn sausen, war aber immerhin etwa zehnmal schneller als die Mofafahrer.

Die schickte, angetan mit Cut und Zylinder, der ehemaliger Boxsportler Joachim Stephan ins Rennen. Der tat dies gemeinsam mit dem damaligen Kreisdeputierten Rudolph Kinscherff und einem Vorstandsmitglied des Radfahrervereins Dudenhofen.

Überraschung für den Sieger

Ihnen präsentierten sich nach etwa zwei Stunden folgende Triumphatoren: Günter Hofnagel aus Harthausen als Gesamtsieger vor den Speyerern Manfred Zimmermann und Peter Flörchinger. Sie erhielten einen Wanderpreis und als Beigabe eine goldfarben bemalte Motorhaube. Da war der Langsamste aller „Rennfahrer“ besser dran: Angelo Lazzarin erhielt als Anerkennung etwas zum Reinbeißen – eine Dauerwurst, bezeichnenderweise für ihn als gebürtigen Italiener eine Salami. Übrigens: Was der Gewinner des Wanderpreises nicht ahnen konnte – er durfte die Trophäe behalten. Denn das Mofa-Rennspektakel wurde nie wiederholt.

Ausgetragen wurde auch ein Rad-Zeitfahren. Darin Bester war Karl-Heinz „Itze“ Henrich mit 20,6 Sekunden. Das war für einen Fußballer nicht einmal schlecht. Zum Vergleich: Den damaligen Dudenhofener Bahnrekord hielt der Lambrechter Radsportler Gerd Schöfer mit 15,1 Sekunden. Den verbesserte im September 2021 der gebürtige Berliner Maximilian Levy, je viermal Welt- und Europameister, auf 12,76 Sekunden.wk

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