Fussball
Mit Zug zum Tor
Es ist das S-Bahn-Derby. Denn kaum ein Platz liegt so verkehrsgünstig wie der des FSV Schifferstadt, um mit dem roten Zug hinzukommen, wenn er dieser Tage überhaupt fährt. Am Mittwochabend hat der FC Speyer 09 das Drittrunden-Verbandspokalspiel beim Landesligisten auf der Portheide 1:3 (1:2). Nehmen wird doch mal die Öffentlichen.
Anpfiff um 18 Uhr, das schafft die S3 locker und gibt es Verlängerung und Elfmeterschießen, selbst Gewitterunterbrechung eingepreist. Bis um 0.01 Uhr am Donnerstag bleibt Zeit für die Rückkehr. Und selbst dann wartetet ja noch das gute, alte Anruf-Sammeltaxi.
Spätes Aufwärmen
Die Fahrkarte vom Hauptbahnhof Speyer zur übernächsten Station Schifferstadt-Süd kostet 3,30 Euro. Der Bahncard-Besitzer bezahlt 2,50. Zuschlag für die erste Klasse ist nicht nötig. Egal, wie überfüllt die Bahn, eine Station mit Fahrtzeit sechs Minuten sollte doch zu schaffen sein. Das Teil setzt sich etwa alle 23 bis 37 Minuten in Bewegung.
Ankunft: die Treppe runter. Danach geht’s entlang den Gleisen zu den aufgrund ihres ersten Gründungsdatums so genannten 13ern. Sonst wären es in Folge des zweiten Versuchs die 23er. Auf dem Gelände gibt es Diskussionen um die Anstoßzeit. Der Termin um 19 Uhr ist passé. Die Speyerer kommen 17.42 Uhr zum Warmmachen.
Einzige Chance
Die Bahn war pünktlich. Die Partie beginnt um 18,15 Uhr. Schifferstadt startet sofort zielstrebiger und hält das durch: einfach mehr Zug zum Tor. Da geht’s schnell, steil, direkt nach vorne. Pascal Cholewa nutzt eine seiner Chancen zum 1:0 (9.). Speyer bekommt nur eine Möglichkeit.
Die macht Chrisovalantis Davanis nach Freistoßflanke von rechts artistisch rein (25.). Doch nach einem hohen Ball in den 16er des FC 09 erobert sich der FSV den Vorsprung zurück, kommt vermehrt über außen durch, spielt sofort nach innen.
Knittelsheim kommt
20.26 Uhr sollte für die Heimfahrt genügen. Warum es später plötzlich eine Minute weniger dauert? Aber dann ist’s ja auch die S4. Wer mit der Bahn-App blecht und den Speyer-Dusel gepachtet hat, weil sie funktioniert, besitzt einen Vorteil. Denn beim Kassenautomaten kommt’s schon mal vor, dass er grad bestimmte Münzen oder Scheine nicht akzeptiert.
Am Sonntag (16 Uhr) erwartet der FC 09 den gut gestarteten Aufsteiger TuS Knittelsheim. Auch der Sportpark ist mit Bahn und fußläufig für die Gästefans erreichbar: Hirschgraben und Petschengasse runter, links immer am Bach lang ums Bantz-Stadion – Sie haben Ihr Ziel erreicht.
Etwas beeilen
Unsere Reiseempfehlung: Bus 550 um 13.55 Uhr im Dorf Richtung Hauptbahnhof Landau, in Dammühlstraße umsteigen, nach einer Viertelstunde weiter mit dem 591er in die Bischofsstadt. Der Spaß dauert knapp 90 Minuten. Unter der Woche geht’s dank Regional-Express auch schon mal in weniger als der Dauer einer Spielhälfte.
Um 19.13 Uhr muss der Knittelsheimer aber wieder im Zug Platz nehmen, um nach 42 Minuten, diesmal über Germersheim, noch am Sonntag seinen geliebten Ort wiederzusehen.