Speyer Mehr Unfälle, weniger Verkehrstote
Im Bereich der Polizeiinspektion Schifferstadt, die auch für Waldsee zuständig ist, sind 2016 mehr Verkehrsunfälle als im Vorjahr passiert. Einen seit einigen Jahren kontinuierlichen Anstieg gibt es bei Unfällen, an denen Senioren beteiligt sind. Die häufigsten Unfallursachen sind mangelnder Abstand und Verkehrsuntüchtigkeit, beispielsweise wenn Fahrer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss unterwegs sind.
Polizeioberkommissar Marc Klenk stellte auf einer Pressekonferenz die aktuelle Verkehrsunfallstatistik vor. Die Zahl der gemeldeten Verkehrsunfälle im Bereich der Polizeiinspektion Schifferstadt ist 2016 deutlich angestiegen auf 2085 Fälle, eine Zunahme um knapp 20 Prozent. Das relativiert sich allerdings, weil das Vorjahr besonders wenige Unfälle zählte. Dabei kam es in 252 Fällen zu Personenschäden, nur zwei Fälle mehr als im Vorjahr. Betrachtet man die Zahlen der Vorjahre, zeigt sich, dass die Unfallzahlen immer etwas schwanken und im Mittel zwischen 1900 und 2000 liegen. Auch die Anzahl der Unfälle mit verletzten Personen bleibt relativ konstant. 2016 gab es 199 Unfälle mit Leichtverletzten, im Jahr zuvor waren es 196 Fälle, Schwerverletzte gab es 51 Mal, 2015 waren es 50. Während es 2015 vier Todesfälle zu beklagen gab, waren es 2016 nur zwei: ein Motorradfahrer, der auf einen bremsenden Traktor mit Hänger auffuhr und ein Rentner, der im Wald mit dem Fahrrad über eine Wurzel stürzte und an den Folgen starb. Hauptursachen für Unfälle sind mangelnder Abstand und Verkehrsuntüchtigkeit: 2016 kam es 550-mal vor, dass durch zu dichtes Auffahren oder mangelnden Seitenabstand ein zweiter Verkehrsteilnehmer zu Schaden kam. Für den Seitenabstand gibt es allerdings keine Vergleichszahlen, da dieser 2016 erstmals in die Statistik einging. In 61 Fällen waren Unfallbeteiligte nicht fahrtüchtig, meist in Folge von Alkohol- oder Drogenkonsum. Das sind 14 Fälle mehr als im Vorjahr. Nicht angepasste Geschwindigkeit war in 45 Fällen Ursache für Unfälle, einmal mehr als im Vorjahr. Zwei Altersgruppen von Unfallbeteiligten weist die Statistik gesondert aus: Kinder und Senioren. Die Zahl der Senioren, die an Unfällen beteiligt sind, steigt über die vergangenen Jahre deutlich: Waren 2012 noch 378 Senioren in Unfälle verwickelt, waren es 2014 schon 433, im Folgejahr 432 und 2016 schließlich 562. Zwei Drittel der Unfälle betreffen „Konflikte mit dem ruhenden Verkehr“, anders gesagt: Anrempeln anderer Fahrzeuge beim Ein- oder Ausparken. 2016 waren Kinder 36-mal in Unfälle verwickelt, in 27 Fällen wurden Kinder verletzt. Die Statistik zeigt für 2015 einen Ausreißer nach oben, es wurden 45 Unfälle mit 33 verletzten Kindern gezählt. In den Vorjahren hatte die Polizei jeweils 33 oder 34 Unfälle mit Kindern erfasst. Auf konstant niedrigem Niveau ist die Zahl der Unfälle auf dem Schulweg: 2016 gab es zwei Unfälle, 2015 einen. Auch in den Jahren zuvor waren es ein oder zwei Schulwegsunfälle. Verkehrsunfälle mit Radfahrern passierten 2016 insgesamt 142-mal, 113-mal wurden dabei Personen verletzt. Dieser statistische Wert liegt leicht über dem Durchschnitt: Im Mittel gibt es seit 2012 jährlich 134 Unfälle mit Radfahrern. Die Polizeiinspektion Schifferstadt versucht in Zusammenarbeit mit den Kommunen und Behörden wie dem Landesbetrieb Mobilität (LBM), den Straßenverkehr sicherer zu machen. Wie Polizeioberkommissar Klenk berichtete, gehören dazu Kontrollen der Fahrtüchtigkeit. Stellt die Polizei Unfallschwerpunkte fest, werden zum Beispiel Warnschilder aufgestellt oder Geschwindigkeitsbegrenzungen eingeführt. In besonderen Fällen werden bestimmte Verkehrsführungen auch umgebaut. Beispiel hierfür sei die Dannstadter Straße im Norden Schifferstadts. Hier wurde eine unübersichtliche Einmündung verlegt, nachdem besonders auffällige Beschilderungen nicht zur Entschärfung der Gefahrenstelle beigetragen hatten. Ein anderes Beispiel ist in Mutterstadt die Kreuzung Pfalzring/Waldstraße. Seit der Sperrung der Ortsdurchfahrt kommt es hier vermehrt zu Unfällen. Die Bürger wurden über einen Zeitungsartikel informiert, in Zusammenarbeit mit dem LBM soll die Gefahrenstelle deutlicher gekennzeichnet werden.