Speyer
Mehr Güter auf die Schiene – auch in Speyer
Vor 14 Tagen lagerten die Masten noch auf dem Parkplatz hinter dem Güterbahnhof zur Burgstraße hin, inzwischen sind viele davon aufgestellt. Wer von den zwei Bahnsteigen, vom Schipka-Pass oder von der Schneckennudel-Brücke den Blick dorthin schweifen lässt, sieht die regelmäßigen Arbeiten: „Die Gleise 4, 5 und 30 werden elektrifiziert“, erklärt ein Bahnsprecher. Auf fünf Monate ist das im Frühjahr gestartete Projekt angesetzt. Finanziert wird es über das Bundesprogramm „Seehafen-Hinterlandverkehr“. Die 1,3 Kilometer, um die es in Speyer geht, sind eines von 17 Projekten, für die seit 2016 in der Summe rund 124 Millionen Euro fließen. Es gehe darum, „für die Hafenverkehre Redundanzgleise zur Verfügung zu haben“, erläutert der Bahnsprecher.
Bislang sind in Speyer nur drei Gleise elektrifiziert, über die vor allem der Personenverkehr abgewickelt wird. Wenn nun weitere hinzukämen, auf denen nicht nur Dieselloks fahren können, werde der Verkehr „effektiver gesteuert“. Für die Bahnstrecke durch Speyer könnte das in Zukunft mehr Güterzüge bedeuten, denn bei dem Gesamtprogramm geht es um Kapazitätssteigerungen sowie um den Abbau von Engpässen. Dank dem Programm könnten „künftig mehr Güter mit höherer Zuverlässigkeit auf der Schiene transportiert werden“, warb die Bundesregierung 2016.
Wege nach Wörth und Germersheim
In der Plangenehmigung des Eisenbahnbundesamtes werden die Ziele in Fachsprache umschrieben: Das Projekt diene der „Erhöhung der Kapazität zur Pufferung von Güterzügen mit E-Traktion sowie zur Durchführung von Traktionswechseln für Züge von und zu den Häfen Speyer, Germersheim und Wörth“. Auf den 1,3 Kilometer könnten künftig also Wechsel von E- auf Dieselloks und umgekehrt stattfinden. Zusätzlichen Schallschutz für Anwohner gibt es deshalb nicht: Es gebe „keine wesentlichen“ Veränderungen bei der Lärmentwicklung, steht in der Genehmigung von 2019.
Über die Elektrifizierung hinaus sei Ende August geplant, die Weichen 6 und 9 im Bahnhofsbereich zu erneuern, so der Bahn-Sprecher. Dabei handele es sich „um einen regulären Austausch, der der Instandhaltung der Anlagen dient“. Die Weichen 13 und 27 würden entfernt.