Speyer
Lingenfeld: Besondere Bibeln im Blick
Sie ist das meistverbreitete und meistgelesene literarische Werk, das Buch der Bücher: die Bibel. Um aufzuzeigen, wie vielfältig Bibeln sein können, ist eine Ausstellung im katholischen Pfarrheim in Lingenfeld geplant, für die besondere Exemplare gesucht werden.
Es gibt sie in vielen Sprachen, unterschiedlichen Übersetzungen und Ausführungen: Die Heilige Schrift steht im Mittelpunkt des ökumenischen Projekts „Wortschatz“, bei dem Interessenten die Bibel neu entdecken sollen. Nach dem großen Erfolg des Projekts „EinAugenBlick“, bei dem sich Westheim im September 2015 in ein biblisches Dorf verwandelt hatte, in dem rund 800 Personen auf Jesu Spuren wandelten, steht das nächste Großprojekt an: Die katholische Pfarrei Germersheim, zu der auch St. Martinus Lingenfeld-Westheim und St. Bartholomäus Schwegenheim gehören, und die protestantische Kirchengemeinde Westheim-Lingenfeld laden vom 14. März bis 9. April zu einer „Erlebnisreise durch die faszinierende Geschichte der Bibel“ ins katholische Pfarrheim nach Lingenfeld ein.
Schon jetzt zeichnet sich ein großes Bürger-Interesse an den Führungen ab, die – außer montags – mehrmals täglich stattfinden und deren Besuch nur nach vorheriger Anmeldung möglich ist: Von 3350 zur Verfügung stehenden Plätzen sind 1827 bereits belegt. Annett Sinnwell von der protestantischen Kirchengemeinde freut sich über die große Resonanz – und informiert, dass sich vormittags viele Kindergartengruppen und Schulklassen angemeldet hätten. Toll findet sie, dass sich mit dem Projekt auch Nicht-Kirchgänger erreichen ließen. Schließlich gebe es Menschen, die religiöses Interesse hätten, jedoch nicht in Gottesdiensten auftauchten. Sie verhehlt nicht, dass viele Darsteller sowie Helfer nötig und weiter willkommen seien, um das Projekt zu stemmen.
Mit allen Sinnen erlebbar
Ihren Angaben zufolge wird die Bibel unter anderem an Erzähl- und Spielstationen auf vielfache Weise mit allen Sinnen erlebbar. Beispiele: Im Nomadenzelt erzählen Menschen von ihren Begegnungen mit Gott und Jesus. Die Teilnehmer hören vom Fund der ältesten schriftlichen Überlieferung, erhalten Einblicke in die Anfänge des Buchdrucks, begegnen Mönchen sowie Nonnen in der Schreibstube – und sie dürfen mit einer Feder die Bibel selbst fortschreiben.
Geöffnet werden soll auch die „Bibel-Schatzkammer“: In Vitrinen sollen dabei möglichst viele Bibeln präsentiert werden. „Die Vitrinen mit den kostbarsten Bibeln dürfen nur die Gruppenbegleiter öffnen“, betont Sinnwell. Die Veranstalter bitten Bürger, besondere Exemplare für die Ausstellung leihweise zur Verfügung zu stellen. Insgesamt etwa 50 Bibeln stehen bereits zur Verfügung – darunter ein amerikanisches Werk, eine russische Bilderbibel, eine Virtual-Reality-Bibel sowie eine pfälzische Ausgabe. Wolfgang Anders aus Westheim, der Bücher liebt, bereichert die Ausstellung alleine mit sechs Bibeln. Sein Lieblingsexemplar: „Wer’s glaubt, wird selig!“ Sinnwells Versprechen: „Wir versuchen, auch noch Bibeln zu bekommen, an die man als Privatmensch nicht drankommt.“ Zudem soll es eine Bibel-Leseecke „zum Schmökern“ geben. Und: Auch für das leibliche Wohl der Gäste wird gesorgt.
Kontakt
- Anmeldung für die Führungen über die Internetseite www.wortschatz2020.de oder telefonisch: 06344 938164 (protestantisches Pfarramt), 07274 9485330 (katholisches Pfarrbüro). Eine Gruppe besteht aus maximal 25 Personen. Führungsdauer: eine Stunde, zwei Stunden sollten für den Besuch aber eingeplant werden. Eintritt frei, Spenden willkommen.
- Wer eine besondere Bibel für die Ausstellung zur Verfügung stellen möchte, wird gebeten, dies den jeweiligen Pfarrämtern mitzuteilen oder eine E-Mail an die Adresse schatzkammer@wortschatz2020.de zu schicken.