Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Lange Sperre für Mechtersheims Trainer Nauwid Amiri

Mechtersheims Trainer Nauwid Amiri.
Mechtersheims Trainer Nauwid Amiri.

Der TuS Mechtersheim muss bis 16. Dezember auf Coach Nauwid Amiri verzichten. Zur Last gelegt wurde ihm eine Situation im Verbandspokalspiel gegen den Arminia Ludwigshafen.

Nauwid Amiri wurde vom Verband gesperrt. Als Talha Baylan in der Nachspielzeit das 4:2 für den TuS erzielt hatte, feierte auch die TuS-Bank an der Eckfahne. Auf dem Rückweg kam es zu einer Situation, die Amiri und Sportchef Heiko Magin so beschreiben: „Wir mussten an der Ludwigshafener Bank vorbei, wurden dabei schlimm beleidigt.“ Beide bestätigen, dass Amiris Hand dann am Kopf des Ludwigshafener Ersatzspielers Julian Malburg gewesen war.

Malburg ist der Bruder des Mechtersheimers Adrian Malburg. Der Vater der beiden sei sein Physiotherapeut, erzählt Amiri. Das Verhältnis von ihm zu Julian Malburg sei wie das zu einem kleinen Bruder. Mit der nun sanktionierten Aktion habe er nur ausdrücken wollen, dass es jetzt gut sei und Malburg sich setzen solle. Dass in der von der Arminia verfassten Stellungnahme, der der Verband nach Aussage des Spielausschuss-Vorsitzenden Klaus Karl weitgehend gefolgt sei, von einem Schlag ins Gesicht die Rede war, habe ihn, Amiri, schockiert: „Niemals, privat und schon gar nicht als Trainer, habe ich jemals jemanden geschlagen!“

Verband sieht Video

Den Stein ins Rollen brachte wohl der Vater der beiden Malburgs, der Druck auf die Arminia, tätig zu werden, ausgeübt haben soll. Parallel dazu ging beim Verband ein Video der Szene ein, woraufhin dieser die Arminia ebenfalls zu einer Stellungnahme aufforderte. In Summe reichte das zur drakonischen Strafe, obwohl weder der Schiri noch die beteiligten Akteure tätig wurden. Amiri habe, was Magin bestätigt, die Sache sofort mit Julian Malburg geklärt, „es kam zu beiderseitigen Entschuldigungen und einem Bruderkuss auf die Wange“, sagt Magin. Markus Impertro, Spielleiter der Armina, gibt sich zugeknöpft: „Ich will dazu nichts sagen. Beide Vereine haben über Jahre ein ausgezeichnetes Verhältnis gepflegt, und ich möchte es nicht beschädigen und es für Mechtersheim noch schlimmer machen.“

Amiri spricht von „Wahnsinn“, will aber „meinen Mann stehen und die Strafe akzeptieren“. Ob es dabei bleibt, ist offen. Der Verband hat gegen das erstinstanzliche Urteil Berufung eingelegt. Bis zur Entscheidung der Verbandsspruchkammer bleibt Amiri gesperrt.

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