Speyer Klänge des Regens

Ein „verlorener Sohn“ ist mit einer musikalischen Reiseerzählung zurückgekommen: Gitarrist Michael Busch, der eine ganze Weile nicht mehr in Speyer zu hören gewesen ist. Umso schöner, dass sich viele langjährige Fans, Freunde und Bekannte am Samstagabend im Zimmertheater eingefunden haben, um der Vorstellung seiner neuen Solo-CD „Wooden Cases“ zu lauschen.
Buschs Stücke sind akustische Reiseberichte; besonders die verträumt- melancholische Stimmung Irlands hat es Busch angetan. Die keltischen Einflüsse in seinem Spiel hört man immer wieder heraus, selbst wenn er in exotischere Gefilde wandert wie mit „Arabeske“, dem letzten Stück des zweieinhalb Stunden langen Programms. Den Himalaya kennt er nicht aus erster Hand, doch mit diversen Klangkörpern zaubern er und die Dossenheimer Cellistin Nelly Noack vom Heidelberger Sinfonieorchester Tonart, mit der er ebenfalls eine CD aufgenommen hat, eine wild-romantische Reise durch Nepal in die Vorstellungskraft der Zuhörer. Lediglich das Wetter bleibt irisch-verregnet, selbst am Fuße des Mount Everest. Mit „Königskinder“ gab’s gleich zum Auftakt einen Rückgriff auf ältere Zeiten. Die CD entstand im Jahr 2000 und der märchenhaft-romantische Titel spiegelt sich in der Hauptmelodie wieder. Danach geht es dann bis zur Pause überwiegend keltisch-irisch zu – bis auf „Tales Of An Old House“, das auf Gomera entstanden ist, allerdings ebenfalls bei „Pisswetter“. Das war auch der Arbeitstitel seines Regenlieds, das dann später zur erleichterten außerpfälzischen Vermarktung als „Silver Rain“ auf die CD „Traumpfade“ gebannt wurde. So viel Pech der musikalische Weltenbummler auf seinen Reisen auch gehabt hat, so vielseitig sind die Einflüsse: Von einem Hochzeitslied für ein befreundetes dänisch-tansanisches Ehepaar bis hin zum aggressiveren „Something Always Matters“ reicht das Spektrum. Im Duo mit Noack bekommen besonders die zusammen komponierten Stücke eine zusätzliche Dimension über die Harmonie der beiden Instrumente: Mal steht das Cello als führende Stimme im Vordergrund, mal ergänzt es – wie in dem Stück „Boglands“, einer sanftmütig-verspielten Wanderung durch die vielfarbige Landschaft Connemaras. Die begeisterten Zuhörer im Zimmertheater wollten die beiden Musiker nicht mehr von der Bühne lassen und forderten Zugabe auf Zugabe, die Busch und Noack auch lieferten.