Die Talentförderer
Karate: Lothar Menzfeld trainiert beim ASV Waldsee
Menzfelds erste Berührungspunkte mit dem Karatesport kamen durch die Zeit der Hongkong-Kung-Fu-Filme im Jahre 1972. Durch die erste gegründete Abteilung beim TSV Speyer, fand der 68-Jährige sein neues Hobby für sich: „Ich wollte das auch lernen und hatte somit meine Sportart gefunden“, meint Menzfeld.
Coach ist er seit 1995. Als Motivation sieht er, dass es Spaß macht und jeder etwas Neues dazulernt und somit an seiner Aufgabe wächst. „Wenn die Sportler Spaß haben am Training, dann habe ich alles richtig gemacht“, berichtet der Verantwortliche des ASV Waldsee. Karate betrachtet Lothar Menzfeld mehr als nur eine Sportart.
Lebensphilosophie
Es ist eher eine Lebensphilosophie. Rund um den Sport gab es mit der Zeit auch Veränderungen. Heutzutage steht nicht mehr nur das Kämpfen im Wettkampf im Vordergrund, sondern auch Höflichkeit, Respekt, Disziplin, was er für wichtiger empfindet. „In den jungen Jahren war Karate Sport und Selbstverteidigung“, so Menzfeld zum Wandel.
In der Regel kommen die jungen Karatekas im Alter von sechs bis sieben zum ersten Mal ins Training. ASV Waldsee bietet jedem die Chance für ein Probetraining an. Nach vier bis fünf Einheiten entscheidet der Sportler, ob es aus seiner Sicht weitergeht oder nicht. Besonderen Wert legt der Übungsleiter in Sachen Höflichkeit und Respekt: „Vor allem gegenüber Kindern, die zurückhaltend und schüchtern sind.“
Lerneffekte
Auf der Homepage der Vereinsseite stehen 20 wichtige und einzuhaltende Regeln. Um die talentierten Sportler zu fördern, gibt es eine spezielle Wettkampfgruppe. „Bevor jemand in diese Gruppe kommt, unterhalte ich mich mit den Eltern, damit diese wissen, was auf sie zukommt“, sagt der Coach.
Bei weiteren Verpflichtungen neben dem Sport rät er meistens davon ab. Wettkämpfe spielen eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der Karatekas. Sie lernen, sich über einen Sieg zu freuen, aber auch eine Niederlage gegen einen stärkeren Konkurrenten zu akzeptieren. Zu seinen größten Erfolgen gehört, dass Sportler die Landesmeisterschaften gewannen oder Athleten der Wettkampfgruppe es in den Landeskader schafften und sich jedes Jahr neu über eine Sichtung etablieren müssen: „Meine Sportler starten in Luxemburg und in der Schweiz auf großen Turnieren mit Preisgeld von 500 Euro beziehungsweise 300 Franken“, berichtet Menzfeld.
Eine typische Trainingseinheit setzt sich bei Menzfeld aus Ausdauer, Krafttraining, Gymnastik, Grundschule, Kata und Partnertraining ab. „Mit 68 Jahren einen Nachfolger finden, der mein Wissen und meine Werte, die ich vermittelt habe, weiter zu pflegen, aber auch meine Ideen und Einstellungen über Karate mit einfließen lassen in seinem Training“, wünscht er sich, außerdem mehr Unterstützung durch Sponsoren.
DIE SERIE
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