Speyer „Kämpfer, Krisenmanager, Konfliktvermittler“
Zum militärischen Appell waren gestern 265 Zeitsoldaten und freiwillig Wehrdienstleistende im Dudenhofener Sportstadion angetreten. Vor den Augen ihrer Familien sowie zahlreicher Ehrengäste legten die in Germersheim und Bruchsal Stationierten ihren Diensteid ab.
Die Erste und Zweite Kompanie des Luftwaffenausbildungsbataillons sowie die Erste Kompanie des ABC-Abwehrbataillons marschierten im Stadion auf. Musikalisch begleitet vom Heeresmusikkorps aus Ulm unter der Leitung von Oberstleutnant Matthias Prock stellten sie sich dem Zeremoniell, das ihre Überzeugung für den Militärdienst offiziell bekräftigte. Oberstleutnant Martin Hess, Kommandeur des Luftwaffenausbildungsbataillons Germersheim, sah das Gelöbnis als deutliches Ja zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung, zum deutschen Vaterland und zu einem freiheitlichen Europa. „Es steht außer Zweifel, dass Sie Ehrenhaftes tun“, richtete er sich an die Rekruten. Nicht alltäglich sei die Entscheidung für das Militär, gerade, da der Friede heute nicht selbstverständlich, sondern eine große Leistung sei. Das öffentliche Bekenntnis nannte Hess den Augenblick, in dem Soldat und Dienstherr ihr Bündnis öffentlich und offiziell besiegeln. Landrat Clemens Körner (CDU) wies auf den Titel „Bürger in Uniform“ hin, der die Soldaten seit Langem kennzeichnet. „Das zeigt, dass die Bundeswehr ein fester Bestandteil der Gesellschaft ist“, betonte er. Wichtig sei diese Verknüpfung gerade, weil das moderne Selbstverständnis des Militärs heutzutage oft von Außenstehenden übersehen werde. Den Soldaten sei bewusst, dass es zu Einsätzen in Krisengebieten kommen kann. „Dann aber in dem Bewusstsein, etwas für die Freiheit der Gesellschaft zu tun und dass diese mit Stolz auf ihre Bundeswehr schaut“, so Körner. Der Landrat wies zudem darauf hin, dass es nicht nur um das Aufrüsten, sondern auch um das Ausrüsten geht sowie um eine Mischung aus militärischen, humanitären und polizeilichen Aufgaben, die die Soldaten mittlerweile erfüllen müssen. „Sie sind nicht nur Kämpfer, sondern auch Krisenmanager und Konfliktvermittler“, sagte Körner und fügte an: „Ein Soldat hat Frieden zum Beruf.“ Die Frauen und Männern, die unter der deutschen Flagge und zur Nationalhymne ihr Gelöbnis ablegten, absolvieren zunächst eine dreimonatige Grundausbildung, in der theoretische Kenntnisse und praktische Fertigkeiten vermittelt werden.