Speyer Junge Frauen aus aller Welt packen an

Motiviert bei der Arbeit: die zehn jungen Frauen und Dudenhofens Ortsbürgermeister Peter Eberhard.
Motiviert bei der Arbeit: die zehn jungen Frauen und Dudenhofens Ortsbürgermeister Peter Eberhard.

Jäten, streichen, buddeln – die jungen Frauen klotzen seit einer Woche ran. Henriette Hellweg ist eine der Gruppenleiterinnen und zum ersten Mal in ihrem Leben bei einem internationalen Workcamp dabei. Die Vorbereitungen waren aufregend für die 24-Jährige aus Bad Oeynhausen in Nordrhein-Westfalen. In einem Fünf-Tages-Seminar wurde sie mit anderen Führungspersonen auf den Einsatz eingestimmt. Etwa 1500 junge Freiwillige aus der ganzen Welt verbringen laut IJGD ihren Sommer in Deutschland, um sich in Workcamps für gemeinnützige Projekte einzusetzen. In Dudenhofen ist die Gruppe seit vergangenem Samstag aktiv. „Ein Bauhof-Mitarbeiter hat uns gezeigt, welche Arbeiten anstehen“, erklärt Hellweg. Unter anderem sollte der Barfußpfad im Gemeindewald eine Auffrischung erfahren. „Wir haben Tannenzapfen gesammelt und die vorgesehenen Stationen damit befüllt, und die Umrandungen des Pfades wurden gesäubert“, nennt Hellweg Beispiele. Auch an zwei Spielplätzen sorgten die zwischen 19 und 24 Jahre alten Frauen für eine Verschönerung. „Sie arbeiten wirklich schnell“, ist Verwaltungsmitarbeiterin Anne Kuschnik beeindruckt vom Tempo, das die bunt gemischte Gruppe an den Tag legt. Aus Mexiko, Südkorea, Kanada, Weißrussland, Russland, der Türkei und Deutschland stammen die Camp-Teilnehmerinnen. Die sprachliche Barriere ist trotz einiger Englischkenntnisse groß. „Anfangs waren alle sehr schüchtern, aber nach einer Woche ist zu sehen, dass wirklich Gruppensituationen entstehen und die Nationalitäten sich mischen“, ist Hellweg zufrieden mit dem Verlauf des Arbeitsurlaubs. Übernachtet wird in den Umkleidekabinen der Ganerbhalle, die zu Dreier-Zimmern umfunktioniert worden sind. Sowohl die Ortsgemeinde als auch die Gleichstellungsstellen der Verbandsgemeinde und des Rhein-Pfalz-Kreises beteiligen sich an den Kosten für die Teilnehmer. Die liegen bei rund 2400 Euro. Verpflegt werden die Frauen am Kiosk des Modellspielplatzes. Die 23-jährige Marie aus dem kanadischen Québec ist überzeugt vom Inhalt des Camps. „Ich mag die weibliche Grundhaltung in dieser Arbeit“, sagt sie und ergänzt: „Ich wollte dabei sein, weil ich denke, dass Frauen genauso arbeiten können wie Männer.“ Noch sei die Gruppe dabei, sich zusammenzufinden, hat Marie den Eindruck. Doch sie genießt die Tage in der Gemeinschaft. Eines hat sie sich außerdem bis zum Ende des Camps am 28. Juli vorgenommen: „Ich möchte mein Deutsch verbessern.“ Bereits zum achten Mal ist Dudenhofen Ausrichtungsort eines Workcamps. Dass das letzte Mal einige Zeit her ist, begründet Ortsbürgermeister Peter Eberhard (CDU) damit, den Teilnehmern ein sinnvolles Projekt während ihres Aufenthaltes bieten zu wollen. „Ebenso sollte die Betreuung sichergestellt sein“, ergänzt er. Beides hat 2018 funktioniert. In der kommenden Woche wird Girls Power auf dem Modellspielplatz gefragt sein. Marterpfahl und Leuchtturm werden gestrichen und eine Matschecke ordentlich befestigt. Gestern Abend gönnte sich die Gruppe einmal eine Auszeit auf dem Speyerer Brezelfest – fernab von Schaufeln und Harken.

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