Handball
Jetzt läuft’s bei HSG-A-Jugend
„Das vorrangige Ziel unserer Arbeit liegt insbesondere darin, unsere Jugend weiterzuentwickeln. Dies hat absoluten Vorrang gegenüber Tabellenrängen, kurzfristigen Erfolgen oder bestimmten Spielklassen“, teilte Trainerin Laura Leonhardt von A-Jugend-Oberligist HSG Dudenhofen/Schifferstadt mit.
So sei für die A-Jugendlichen zunächst Ziel, die Oberliga zu erreichen und die Jungs im Laufe der Runde bestmöglich auszubilden. Die Abstiegsfrage stelle sich nicht, da es in den Jugendspielklassen keine Auf- und Absteiger gebe. Vor jeder neuen Spielrunde würden alle Plätze in verbandsinternen Qualifikationsrunden ausgespielt.
Das Familienglück
Die HSG werde auf jeden Fall wieder für die Oberliga melden und die Qualifikation spielen. Neben Leonhardt wirkt auch Matthias Handrich als Trainer. Sie sind verheiratet und haben eine Tochter von 18 Monaten, die das Ehepaar regelmäßig in die Halle begleitet.
Im Hauptberuf arbeitet Leonhardt als Richterin, aktuell am Amtsgericht Ludwigshafen, Handrich als Maschinenbauingenieur. Beide leben in Schifferstadt. „Matthias spielt seit frühester Jugend selbst Handball, und ich kam erst mit 15 Jahren dazu. Beim TV Schifferstadt, einem der Stammvereine der HSG Dudenhofen/Schifferstadt, begann ich mit dem Handball“, berichtet die Übungsleiterin.
Langjährige Erfahrung
Seit 2010 betreuten sie zusammen männliche Jugendmannschaften, die meist in der Oberliga antraten. In der Saison 2017/18 gewannen sie die Meisterschaft mit der HSG. In der ersten Saisonhälfte zählte auch Christian Grill zum Trainerteam.
Leonhardt: „Ebenfalls ein erfahrener Trainer, der zunächst beim TV Dudenhofen spielte, Jugendmannschaften trainierte und zuletzt die Pfalzliga-Damenmannschaft der HSG betreut hatte.“ Startschwierigkeiten offenbarte die Mannschaft vor allem im mentalen Bereich.
Eine Steigerung
Bei knappen Parteien seien dem Team regelmäßig die Nerven durchgegangen. Mittlerweile hätten sich die Jungs da enorm gesteigert. Sie spielten deutlich abgeklärter, souveräner und selbstbewusster und würden auch in engen Situationen kühlen Kopf bewahren. Dadurch sei das angestrebte schnelle, laufintensive Spiel deutlich sicherer geworden.
Die Spieler produzierten selbst bei hohem Tempo deutlich weniger Fehler. „Die Mannschaft startete in die Saison mit einem Kader, der sich aus nicht weniger als vier Mannschaften zusammen setzte, A1, A2, B1 und B2. Viele Spieler hatten vorher noch nie miteinander gespielt, was für A-Jugenden eher untypisch ist.“
Zeitdruck herrscht
Leonhardt: „Das Gebot der Stunde wäre eigentlich gewesen, jede Menge Teambuilding-Maßnahmen durchzuführen, um aus dem zusammengewürfelten Kader ein echtes Team zu formen.“ Dies sei jedoch wegen des Zeitdrucks und einem gesundheitsbedingten Ausfall im Trainerteam leider nicht möglich gewesen.
Dieses Manko habe sich bitter gerächt und sei sicher der maßgebende Faktor für die negativen Ergebnisse der Hinrunde gewesen. Umso eingeschworener präsentiere sich die Mannschaft in der Rückrunde, so dass sich der Erfolg eingestellt habe, was das Trainerteam keineswegs überrasche.
Angriffsarbeit
Am druckvollen und temporeichen Angriffsspiel sei allerdings weiterzuarbeiten. „Obwohl sich die Mannschaft im Laufe der Saison schon sehr gesteigert hat, ist immer noch Luft nach oben im Zusammenspiel aller Mannschaftsteile, beim Treffen der richtigen Entscheidungen und insbesondere beim Abschluss sowie der Torgefahr aus dem Rückraum.“
Leonhardt: „Die Rückraumschützen müssten hier deutlich selbstbewusster agieren und passives Abwehrverhalten der gegnerischen Defensive mit Würfen aus der zweiten Reihe bestrafen.“ Zwei deftige Niederlagen mit jeweils zehn Toren Differenz gab es gegen SV Zweibrücken (18:28) und TV Offenbach (24: 34).
Unter Wert
Deutliche Erfolge glückten gegen Göllheim/Eisenberg/Asselheim/Kindenheim (41:27) und JSG Hunsrück (43:28). Ohne Punkt am Ende der Hinrunde habe sich die Truppe absolut unter Wert verkauft. „Zahlreiche Niederlagen mit einem Tor Unterschied in letzter Sekunde sowie weitere unnötige Niederlagen zeigen deutlich, dass viel mehr drin gewesen wäre.“
Der Coach: „Das Team wusste sein Potenzial aber einfach nicht zu nutzen.“ Inzwischen habe sich die Mannschaft kontinuierlich gesteigert. Seit Beginn der Rückrunde drücke sich dies in Ergebnissen aus. 2023 ging kein Spiel verloren. Gegen Konkurrenten aus dem oberen Tabellendrittel gab es teils klare Siege.
Tabellenführer düpiert
Bei Tabellenführer Mülheim/Urmitz gab es mit 43:37 nach 13-Tore-Führung einen Auswärtserfolg. Einzelne Spieler hebt die Trainingschefin nicht hervor: „Dies würde dem Kader einfach nicht gerecht. Die Mannschaft zeigt insgesamt ein gutes Niveau. Immer wieder übernehmen unterschiedliche Spieler Verantwortung und zeichnen sich besonders aus.“
Leonhardt: „Zuletzt war es der Abwehrverbund um Konrad Worf, der starke Leistungen zeigte und den Grundstein für erfolgreiche Spiele legte.“ Als Torschützen zeichneten sich immer wieder Tim Wild auf Linksaußen und Raphael Sager im rechten Rückraum aus. Auch Sebastian Dennhardt auf der Rechtsaußenposition kommt auf eine sehr gute Quote.
Mannschaft und Trainerteam hätten gemeinsam entschieden, die unbefriedigende Hinrunde abzuhaken und zum Jahreswechsel neu anzufangen. Ziel dabei sei, in der restlichen Spielrunde möglichst keine Niederlage mehr hinzunehmen und am Saisonende ein ausgeglichenes Punkteverhältnis zu erzielen.