Speyer Im Garten zu Hause

Hatten keine Erfahrung in der Gartengestaltung und haben einfach gemacht: Heike Schories und Michael Schaffelhuber.
Hatten keine Erfahrung in der Gartengestaltung und haben einfach gemacht: Heike Schories und Michael Schaffelhuber.

«Waldsee.»Als Heike Schories (50) und Michael Schaffelhuber (46) vor 15 Jahren ein altes Haus in Waldsee gekauft haben, konnten sie noch nicht mal sehen, wie groß ihr Garten wirklich ist. Vom Haus aus blickten sie hinab auf eine Wildnis aus Flieder und Holunderbüschen, Sträuchern und Bäumen. Heute ist daraus ein kleines Paradies geworden, in das sie viel Arbeit und Herzblut gesteckt haben.

Bevor sie sich überhaupt an die Gartengestaltung machten, haben sie erst einmal das Haus renoviert. Den tiefer liegenden rund 800 Quadratmeter große Garten, den man über eine Wendeltreppe erreicht, haben sie ab 2005 Stück für Stück umgestaltet. „Viel Erfahrung hatten wir nicht, wir haben einfach gemacht“, erzählt Heike Schories. „Aber ich habe einen Blick für Räume, kann mir ganz gut vorstellen, wie etwas aussieht. Michael ist handwerklich sehr begabt, er setzt die Ideen um.“ „Wir haben schon Bücher gewälzt, dann aber einfach angefangen. Mal in die eine Richtung, dann in die andere, wenn es nicht so wurde, wie wir dachten“, erzählt Michael Schaffelhuber. Wichtig dabei für die beiden: Der Garten soll wohnlich sein. Von Anfang an war klar, dass der schlauchförmige Garten durch einen Teich unterteilt werden sollte. Dort schwimmen nun Goldfische, Frösche hüpfen platschend ins Wasser, sobald man sich nähert, und zwischen dem Schilf blühen die Seerosen. Um den Teich entstanden eine große Rasenfläche und dann nach und nach schöne Ecken. Die Strandecke: Eine mit einer Bambusmatte überdachte urige Sitzgruppe mit Feuerstelle auf einem Sandplatz, eingesäumt von Gräsern. Die Sonnenterrasse mit kleiner Sommerküche gleich daneben. Hier findet die ganze Familie Platz, wenn mal alle da sind. Aus dem ehemaligen Fahrradschuppen hat Michael Schaffelhuber einen Wohnraum mit Küche geschaffen, wenn das Wetter mal zu schlecht zum Aufenthalt draußen ist. Davor auf der überdachten Terrasse ist einer von Heike Schories Lieblingsplätzen. Hier findet sie es besonders kuschelig. Von der bequemen, selbst gezimmerten Liege aus sieht sie abends direkt in den Sonnenuntergang. „Hier sitzen wir oft abends zusammen bei einem guten Glas Wein“, erzählt sie. Wenn es zu kühl ist, sorgt ein Infrarotstrahler für wohlige Wärme. Ein Stück weiter entsteht die nächste „Baustelle“. Die Bank dort war ursprünglich von einer mehrere Jahre alten Passionsblume überdacht. Sie hat den Frost in diesem Winter nicht überlebt, und jetzt wird der Platz eben umgebaut. Ganz neu und aktuell einer der Lieblingsplätze der beiden ist eine Relax-Liege mit dicker Polsterauflage unter dem riesigen Holunder-Baum am Teich. Auch dieses Möbelstück hat Michael Schaffelhuber aus alten Paletten selbst gebaut. Am Anfang des Gartens steht eine Fass-Sauna. Was in dem Paradies lange Zeit noch fehlte, war ein Nutzgarten. Den haben die beiden kürzlich angelegt, als sie einen Teil des Nachbargrundstückes zum Kauf angeboten bekamen. Nun wachsen da Gemüse und Beerenobst und zwei kleine Obstbäume. Das ist eine Momentaufnahme des Gartens, es kann gut sein, dass er in den nächsten Jahren wieder anders aussieht. „Im Moment sind wir im Umbruch von mediterran verspielt ins moderne“, sagt Schories und entgegnet auf den Einwurf Schaffelhubers, dass man sich da noch nicht so einig sei: „Das werden wir schon noch“. Samstag für Samstag arbeiten die beiden an ihrem Paradies. Zweimal öffnen sie in diesem Sommer die Gartentüren in der Neuhofener Straße 102 für alle im Rahmen der „offenen Gärten“, einer Initiative zur Pflege der Gartenkultur in der Pfalz und im Elsass. Am kommenden Samstag, 5. August, von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag, 6. August, von 11 bis 18 für die Aktion „Garten und Kunst“, bei der Heike Schories Tochter Katrin ihre Fotografien ausstellt. Und dann wieder am Samstag, 26. August, ab 20 Uhr zur Gartendämmerung. Dann wird der ganze Garten mit hunderten von Kerzen, Fackeln und Teelichtern beleuchtet sein. Außerdem wird es einen Getränkeausschank an einer ausgefallenen Bar geben und weitere Sitzecken sollen zum Verweilen einladen. „Das haben wir schon zweimal gemacht und es hat uns sehr gut gefallen“, sagt Heike Schories und Michael Schaffelhuber freut sich schon auf die Gespräche mit Gartenfreunden.

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