Speyer Ideen für barrierefreie Badegebiete begrüßt

Badespaß an der Schlicht: Das soll für Beeinträchtige leichter möglich werden.
Badespaß an der Schlicht: Das soll für Beeinträchtige leichter möglich werden.

Die Badeweiher Schlicht und Steinerne Brücke Menschen mit Behinderung zugänglich machen: Das hat der Neuhofener Ortsbürgermeister Ralf Marohn (FDP) vorgeschlagen. Ein erstes Konzept hat er von einem Experten in der Sitzung des Ortsgemeinderats vorstellen lassen. Die Idee überzeugte das Gremium. Nun soll ein Zuschuss vom Land beantragt werden.

„Beim Stichwort Barrierefreiheit denken die meisten zunächst an Rollstuhlfahrer, doch es gibt verschiedene Formen der Beeinträchtigung“, betonte Landschaftsarchitekt Boris Olschweski aus Ludwigshafen vor den Ratsmitgliedern. So sollten auch die Bedürfnisse hör- und sehgeschädigter Menschen berücksichtigt werden. Wie das an Steinerner Brücke und Schlicht aussehen könnte, verdeutlichte er mit einem ersten Konzeptentwurf und einigen Beispielfotos geeigneter Anlagen. Grundsätzlich müsse zunächst einmal eine barrierefreie Anreise ermöglicht, also entsprechende Parkplätze und Wege zu den Gewässern bereitgestellt werden. Nicht zuletzt, da manche der Beeinträchtigten auf eine Begleitperson angewiesen seien. Weitere maßgebliche Kriterien seien behindertengerechte Toiletten und ausreichend Sitzgelegenheiten. Auf einem Rundgang um den jeweiligen See könnten die Betreffenden einen Spaziergang machen, und mit Handlauf-Rampen Zugang zum Wasser erhalten. Auch der Verleih von Strandrollstühlen sei durchaus denkbar, nannte Olschewski einige Möglichkeiten. Ebenfalls eine Option könne ein Leitsystem sein, zum Beispiel mit kontrastreicher Beschilderung, Blindenschrift oder anderen, tast- beziehungsweise fühlbaren Orientierungshilfen für Sehgeschädigte. Kleine Stege könnten als Aussichtsplattformen dienen und den Blick auf den See und/oder das Dorf gewähren. Und für beeinträchtigte Kinder ließen sich barrierefreie Spielplätze einrichten. Die Voraussetzungen in Neuhofen seien gut, die nötigen Wege etwa teilweise schon vorhanden, sagte er. Die zuständigen Sachbearbeiterinnen des Wirtschaftsministeriums in Mainz seien bei einem Vor-Ort-Besuch bereits begeistert gewesen, bestätigt Marohn. „Ihnen zufolge wären das die ersten barrierefreien Badegebiete in Rheinland-Pfalz. Und sie sind verkehrstechnisch gut angebunden“, erklärte er. Was das Ministerium damit zu tun hat? „Ich habe von einem Förderprogramm für barrierefreien Tourismus erfahren und hatte die Idee, auswärtigen Gäste damit unsere schönen Badeseen zugänglich zu machen“, erläuterte der Ortschef. Der Vorteil: Das Land bezuschusse 90 Prozent der Kosten, und die Gemeinde bekäme ein Alleinstellungsmerkmal. Um die finanzielle Unterstützung zu erhalten, bedürfe das Projekt aber einer Planung und solle bis 2021 umgesetzt werden. Deswegen habe er Olschweski vorab schon einmal um ein erstes Konzept gebeten. Die Planungen seien, sofern der Rat damit einverstanden sei, noch unter anderem mit dem Behindertenbeauftragten der Verbandsgemeinde abzustimmen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Arthur Nasel lobte Marohns Initiative. „Das wäre sicher auch für unsere Bürger ein schönes Angebot, vor allem wenn es mit geringen Mitteln erreichbar ist.“ Dieses Vorhaben werde der Gemeinde sehr guttun, sagte CDU-Fraktionschef Robin Hahn. Neuhofen könne damit vielleicht eine Strahlwirkung entwickeln.

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