Speyer Hirschgraben bleibt Streitobjekt

Der Ortsgemeinderat Westheim hat in seiner jüngsten Sitzung die ersten Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur Öffnung des Hirschgrabens (wir berichteten) diskutiert. Ortsbürgermeisterin Inge Volz (SPD) und die SPD sind skeptisch, FWG sowie CDU abwartend optimistisch, dass der Wirtschaftsweg zwischen Lingenfeld und Westheim für den Verkehr freigegeben wird.
fand die Studie „noch sehr lückenhaft“. Ihr stellten sich noch viele Fragen – unter anderem zu den Kosten für den Grunderwerb, zur Entwässerung und zur künftigen Verkehrssituation. Sie stellte infrage, ob tatsächlich täglich 1000 Fahrzeuge den Weg passieren: „Das wären 40 je Stunde. Und wenn man rechnet, dass nachts nicht so viele fahren, sind es sogar mehr als 40.“ Ihr Fazit: „Die Studie muss nachgearbeitet werden.“ Der zuständige Beigeordnete Otto Hoffmann (CDU) betonte, dass in der Kürze der Zeit noch nicht alles machbar gewesen sei: „Etliches muss noch ergänzt werden. Wir werden versuchen, die Fragen zu beantworten. Das Büro hat alles aufgenommen.“ Die Studie solle weiterbetrieben werden, „bevor wir in endgültige Dinge gehen, die Geld kosten.“ Grundstückseigentümer müsse man nun an einen Tisch bekommen, dann ein Vermessungsbüro beauftragen. Susanne Grabau (FWG) geht davon aus, dass die Zahl der Fahrzeuge stimmt: Schließlich seien damals Zählplatten verwendet worden. „Es sind sehr viele Westheimer, die den Weg nutzen“, sagte sie. Alexander Dietz (SPD) stellte klar, dass seine Fraktion von Anfang an wegen der zu hohen Kosten gegen die Hirschgraben-Öffnung gewesen sei. Angelika Schmitt (CDU) empfahl, abzuwarten, bis die Studie vollständig ist. Beigeordneter Stefan Leinenbach (FWG) betonte, dass es sich bei den genannten Zahlen (rund 300.000 Euro für die Verbreiterung, rund 600.000 Euro mit Gehweg) nur um eine erste Kostenschätzung gehandelt habe. Gerald Wambsganß (SPD) kritisierte die von FWG und CDU anvisierte Hirschgraben-Öffnung, empfahl sogar, die Studie abzubrechen: „Das ist jetzt schon so teuer, dass wir uns das alles gar nicht leisten können.“ Hoffmann sagte, dass die CDU bereits seit 30 Jahren eine Öffnung verfolge, die damals viel billiger zu haben gewesen wäre. Zudem war er sich sicher, dass die Ortsgemeinde einen anderen Bauplatzpreis verlangen könne, wenn die Dorfverbindungsstraße hergestellt sei. Wambsganß legte nach: „Wenn das die Konsequenz ist, dass Westheimer Bürger mehr für einen Bauplatz zahlen müssen, ist das auch nicht gut.“ Hoffmann sagte darauf, dass viele Westheimer wegen fehlender Infrastruktur nach Lingenfeld abwanderten: „Das sind alles Dinge, die wir sehen müssen.“ |nti