Speyer Harte Zeiten für Fußgänger und Radfahrer

Das Sanierungsvorhaben Gießhübelbach-Brücke, die unterirdisch liegt und ein Stück der Schützenstraße trägt, läuft nach Plan: Unmittelbar nach Ostern sollen nach Angaben der Stadt die Arbeiten beginnen. Über das gesamte Bauwerk wird eine Betonplatte gespannt, um die Lasten des Verkehrs besser zu verteilen. Wermutstropfen für Fußgänger und Radfahrer: Während der Bauarbeiten bleibt auch für sie der Bahnübergang gesperrt.
Zunächst war geplant, mit der Brückensanierung im Mai zu starten. Inzwischen ist die Ausschreibung gelaufen, der Auftrag vergeben, so dass nach Ostern mit dem kompletten Freilegen des Bauwerks begonnen werden könne. Das hat Stadt-Sprecherin Barbara Fresenius auf Anfrage der RHEINPFALZ mitgeteilt. Anschließend werde die Betonplatte aufgebracht. „Ist der Beton ausgehärtet und getrocknet, kommen Schutzasphalt und Asphaltdeckschicht drauf. Spielt das Wetter mit, soll der für Juli geplanten Verkehrsfreigabe der Schützenstraße nichts im Wege stehen. Fußgänger und Radfahrer müssen allerdings während der gesamten Brückensanierung einen Umweg über den benachbarten Bahnübergang Mühlturmstraße und Marthaheim in Kauf nehmen“, nannte sie weitere Einzelheiten. Bei den umfangreichen Sanierungsarbeiten der Schützenstraße hatte sich offenbart, dass weder das Brückenbauwerk, noch der Verlauf von Versorgungsleitungen der Stadtwerke den Plänen entsprochen hätten, berichtete die Stadt-Sprecherin. Nach Berechnungen der Statiker hätten nur bis zu 30 Tonnen schwere Lastwagen die Gießhübelbach-Brücke passieren können – vergleichbar der Brücke in der Oberen Langgasse. Diese steht ebenfalls auf der Sanierungsliste. „Damit Schwerlastverkehr auch zukünftig ohne Beschränkung durch die Schützenstraße rollen kann, wurden die Alternativen Ersatzneubau und Stützkorsett geprüft“, sagte Fresenius weiter. Für die städtischen Tiefbauer sei erfreulich, dass der um 1850 aus Sandstein errichtete Gewölbebogen in seiner Substanz noch so gut erhalten seit und er eine Last verteilende Betonplatte tragen könne. Somit könnten das Gewicht des Schwerlastverkehrs besser auf dem Bauwerk verteilt und in den Untergrund abgeleitet werden. Zudem bedeute diese Lösung eine kostengünstigere Variante als die beiden Alternativen. Die Betonplatten-Lösung schlägt laut Fresenius mit 100.000 zu Buche. Die Errichtung eines Stützkorsetts hätte 150.000 Euro gekostet, in einen Ersatzneubau hätten 250.000 Euro investiert werden müssen. Die Stadt habe einen Antrag auf Landesmittel sei gestellt, der aber noch geprüft werde. Ohne Brückensanierung liegen die Gesamtkosten des Projekts Schützenstraße bei 1,4 Millionen Euro. Davon übernimmt das Land 558.000 Euro. Die Stadtwerke Speyer (SWS) sind in der Schützenstraße derzeit mit der Erneuerung der Straßenbeleuchtung und Verlegen von Stromkabeln beschäftigt. In der vergangenen Woche wurde ein neues Kabel unter der Bahntrasse durch ein Leerrohr gezogen. Die Arbeiten seien „absolut termingerecht“ verlaufen, erklärte Pressesprecherin Angela Sachweh gegenüber der RHEINPFALZ. Das Versorgungsunternehmen müsse aber Rücksicht auf die Brückensanierung nehmen. In Höhe des Bauwerks könne die neue Leitung mit dem restlichen Strang erst nach Abschluss der Bauarbeiten verbunden werden. Die Stromversorgung der Haushalte sei nicht beeinträchtigt, betonte Sachweh. Die Arbeiten für das zweite Infrastruktur-Sorgenkind, die Brücke in der Oberen Langgasse, will die Stadt eigenen Angaben zufolge erst im Jahr 2016 in Angriff nehmen. Die Verwaltung arbeite zwei Konzepte aus, die nach der Kommunalwahl dem neuen Stadtrat vorgestellt würden, erläuterte Barbara Fresenius. Das Gremium muss dann nach Kenntnis der Möglichkeiten zwischen Neubau und Instandsetzung entscheiden. Im kommenden Jahr sollen der Plan weiter ausgearbeitet und Landesmittel beantragt werden. (yvw)