Römerberg
Handball: TuS Heiligenstein besiegt HSG Lingenfeld/Schwegenheim
Beide Teams setzten auf eine 6-0-Deckung, weil sie die größte Torgefahr nicht aus dem Rückraum erwarteten. Bei den Gästen versuchte Tabea Luickx zwar, den gegnerischen Spielfluss mit sporadischen Vorstößen zu stören, Michelle Wilde auf Halblinks bekam die HSG zunächst nicht in den Griff. „Ihr müsst auch auf sie rausgehen“, forderte HSG-Coach Jan Burgard in einer Auszeit mehr Engagement. Lingenfeld/ Schwegenheim versuchte, mit einem schnellen Ball zum Erfolg zu kommen, spielte jedoch oft zu ungenau und nutzte seine Torchancen nicht konsequent. So gehörte die Anfangsphase den Römerbergerinnen.
Die HSG-Hintermannschaft agierte danach aggressiver, Anne Bechtel und Judith Henninger verteidigten bisweilen in einer 4-2-Formation. Dem TuS unterliefen jetzt mehr Fehler, die HSG konterte und drehte das Match zum 12:14. Laura Schäffer scheitere mit einem Schnellangriff an TuS-Keeperin Judith Regner, die HSG kassierte eine Zeitstrafe und anstelle des 12:15 drehte Heiligenstein den Spieß wieder um. „Lasst den Ball weiterlaufen“, hatte TuS-Übungsleiter Volker Herle mehr Spielfluss gefordert.
Leichtfertig Vorsprung verspielt
Der zweite Spielabschnitt avancierte auf beiden Seiten zum Fehlerfestival. Die Einheimischen verteidigten zwar zunächst energischer, hatten aber ihre Dominanz in erste Linie einem ganz schwachen Offensivspiel der HSG zu verdanken. Schon fast eine Viertelstunde war vorüber, als Bechtel per Siebenmeternachwurf erstmals wieder zum 18:15 traf. Auf den Zuschauerrängen wurde bereits gemutmaßt, ob dies im Vergleich zu Halbzeit eins eine andere Gästemannschaft sei.
Plötzlich riss aber bei Heiligenstein der Faden. Innerhalb von viereinhalb Minuten egalisierte die HSG beim 22:22 den Vier-Tore-Rückstand. „Nicht aus dem Stand, nicht so viele Einzelaktionen, spielt den Ball“, instruierte Herle die Seinen erneut. Es nutzte wenig. Die Schlussphase war nur noch geprägt von Kampf, Nervosität, Hektik und enormer Spannung. Der finale Wurf des TuS war eigentlich schon abgeblockt, aber die HSG gab das Leder leichtfertig aus der Hand und Tina Geier netzte 27 Sekunden vor dem Schlusspfiff zum Siegtreffer ein. Bechtels letzter Versuch flog deutlich über das TuS-Gehäuse.
So spielten sie
TuS Heiligenstein: Regner - Wilde (5), Gärtner, Geier (5/3) - Heinrich, Lippert (2) - Müller (3) - Schrader (1), Sammet (1), Rademacher (3), Gassert (3), Mansky.
HSG Lingenfeld/Schwegenheim: Heider, Schuß (n. e.) - Tabea Luickx (7/3), Schönrock (2), Schäffer (1) - Werner, Höhne (2) – Lena Luickx (1) - Miriam Weis (1), Elena Cairo, Henninger (6), Bechtel (2), Sauerbrunn, Nina Cairo.
Spielfilm: 4:4 (7.), 7:4 (11.), 10:9 (17.), 10:12 (23.), 12:14 (26.), 15:14 -18:14 (40.), 22:18 (52.), 22:22 (56.), 23:22 (60.) - Zeitstrafen: 5/5 - Siebenmeter: 5/3 - 6/3 - Beste Spielerinnen: Regner, Gassert, Geier - Heider, Henninger, Tabea Luickx - Zuschauer: 120 - Schiedsrichter: Wyrobisch (Mundenheim).
Rheinpfalz-Tipp: 25:25
Mit unserem Tipp lagen wir zwar knapp daneben, aber der Spielverlauf deutete bis in die letzten Spielsekunden hinein auf ein Remis hin.