Speyer Haltenot am Haltepunkt

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Autos stehen im Grünstreifen neben der Straße, Fahrräder sind an den Brückenpfeiler gelehnt: Die Park-Kapazitäten am Bahnhaltepunkt Speyer-Nord/West reichen im Bereich Siemensstraße nicht aus. Das ist zwar ein Ausdruck gestiegener Nutzung des Haltepunkts, sorgt aber auch für Probleme. Die Stadt will trotzdem nichts daran ändern.


Gestern Morgen waren es ungefähr zehn Autos, für die entlang der Siemensstraße kein Stellplatz mehr frei war. Längs und quer zur Fahrbahn standen sie vorm Gelände der Chemiefabrik Thor, in der Nähe der acht regulären, wie an den meisten Tagen voll belegten Stellflächen. „Da hat sich schon ein bisschen Wildwuchs entwickelt“, sagt Thor-Prokurist Rolf Peikert auf Anfrage. Der selbst mit einem Parkhaus ausgestattete Betrieb lasse aber nur dann abschleppen, wenn seine Einfahrt zugeparkt sei. „Das ist schon vorgekommen“, so Peikert. Ansonsten lägen die betroffenen Flächen in Verantwortung von Bahn und Stadt. Die Stadt verweist darauf, dass es nicht nur die acht Pkw- und 40 Fahrrad-Stellplätze an der Siemensstraße gebe, sondern auch 32 Pkw- und 40 Zweirad-Plätze auf der anderen Seite der Bahnlinie. Sie sind zugänglich über die Discounter an der Iggelheimer Straße. Die in den ersten Jahren nach der Eröffnung des Haltepunkts im Mai 2006 angebotenen 15 Fahrradboxen seien „wiederholten Vandalismusschäden zum Opfer gefallen“, so Stadtsprecherin Barbara Fresenius. Sie betont, dass die Kapazitäten vor dem Hintergrund geplant worden seien, dass am Hauptbahnhof ein umfangreicheres Park-und-Ride-Angebot bestehe. Fresenius: „Aufgrund der Tatsache, dass dieses Parkhaus nach wie vor freie Kapazitäten für Pendler aus Speyer bietet, wäre der Einsatz öffentlicher Gelder zur Einrichtung zusätzlicher Pkw-Stellflächen an der Siemensstraße nicht zu rechtfertigen.“ Der Bahn als Eigentümer des Haltepunkts und der Zuwegung ist der „Zustand bekannt“, wie ein Pressesprecher auf Anfrage sagt. Auch hier wird aber abgewinkt: „Die Kapazitäten dürfen durchaus erhöht werden, aber wir haben keine Einflussmöglichkeit.“ Es wird auf die Stadt verwiesen. Bahn-Personal sei nicht zur Kontrolle des ruhenden Verkehrs, sondern nur zur Reinigung und zur technischen Inspektion des Haltepunkts regelmäßig vor Ort. Dem Bahnhaltepunkt Nord/West wird also sein eigener Erfolg zu einem Problem: „Er ist sehr gut frequentiert“, berichtet Gunther Enke vom Zweckverband Schienenpersonennahverkehr, der für den Betrieb der dort haltenden S-Bahn zuständig ist. Jeweils 800 Ein- und Aussteiger von montags bis freitags – davon rund 600 mit Fahrzielen in Norden und rund 200, die den Süden ansteuern, seien viel für einen Haltepunkt dieser Größe. An Samstagen seien es 420, an Sonntagen 300 Personen. Seit 2008 habe sich die Nutzung unter der Woche um 30 Prozent, samstags um 25 Prozent sowie sonntags um 40 Prozent erhöht, so Enke. „Davon kommen immer mehr mit dem Auto. Wichtig für uns ist, dass seit Eröffnung des Haltepunkts die Zahlen am Hauptbahnhof nicht zurückgegangen sind.“ Auch für den aktuell geplanten zusätzlichen Haltepunkt Speyer-Süd ist der Bedarf laut Enke „unstrittig“. (pse)

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