Speyer „Hakuna Matata“ in der Grundschule

Beim Trommeln: die Kinder der Grundschule Dudenhofen.
Beim Trommeln: die Kinder der Grundschule Dudenhofen.

Afrika ganz nah: Das haben die Mädchen und Jungen der Clemens-Beck-Grundschule Dudenhofen gestern bei Workshops und einer Mitmach-Vorführung einen Tag lang erlebt. Sie lernten Land, Leute sowie einheimische Gesänge und Tänze kennen.

Still ist es im Mehrzweckraum der Grundschule. Gebannt schauen rund 20 Kinderaugenpaare auf die Wand, auf der sich Traumstrände und tolle Wüstenlandschaften auftun. Aber auch Dürre und Flutkatastrophen sehen sie. Wolfgang Lieberknecht spart nichts aus. Es ist Initiator der Gruppe Black and White, die an der Schule verschiedene Aktivitäten anbietet. Das Ensemble, dessen Mitglieder aus Ghana, Uganda, dem Kongo und Deutschland stammen, ist seit vielen Jahren gemeinnützig unterwegs. Nachdem Grundschul-Rektorin Sabine Gilles die Gruppe im vergangenen Jahr in der Realschule plus gesehen hat, engagierte sie sie vom Fleck weg zum Abschluss ihrer eigenen Schullaufbahn. Gilles verabschiedet sich in ein paar Wochen in den Ruhestand. Lieberknecht fesselt die Kinder mit seiner verständlichen Sprache. Schnell stellen sie fest: Jeder hat bereits ein Stück Afrika im Bauch. Ob Kakao oder Schokocreme – eins von beiden war beim Frühstück dabei. Mit so viel Energie im Körper lassen sich die drei weiteren Workshops bestens bestreiten. Der Leitsatz „Hakuna Matata“ – was wörtlich übersetzt bedeutet, dass es keine Probleme gibt – begleitet die Kinder. Sie geben dem Lebensmotto eine Melodie, beim Tanzen eine Form und unterlegen ihn beim Trommeln mit Rhythmus. Die Grundschüler hängen an den Lippen ihrer Kursleiter, zu denen auch Lieberknechts Frau Eunice sowie drei weitere Referenten gehören. Ihre Fröhlichkeit, ihre Lebendigkeit und ihre Offenheit imponieren dem Nachwuchs. Selbst bei den Jungs wird die Leidenschaft für Tanzbewegungen geweckt. Taktgefühl ist in jedem Fall notwendig. „Papapaa. Papapaa“, zählt der afrikanische Tanz-Chef Roger vor, stemmt die Hände in die Hüften und lässt die Fußspitzen tanzen. „Es gibt kein Problem, wenn ihr Fehler macht“, motiviert er die Kinder. Aus dem Gymnastikraum nebenan dröhnt lautes Wummern. Im Kreis sitzen die Schüler mit Trommeln. „Nichts machen, nur gucken“, fordert der Profi die neugierige Schar auf. Sekunden später geht’s los: viermal klatschen, fünfmal das Fell in Schwingung versetzen. Die Begeisterung ist deutlich zu erkennen. Am Nachmittag gipfelt der Afrika-Tag in einer Mitmach-Vorführung, zu der die Eltern in die Ganerbhalle kommen. Sie lernen mit und von ihren Kindern, aber vor allem erkennen sie: „Hakuna Matata“.

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