Speyer Hühner mieten, Biotope schaffen

Hühnerhaltung vor Ort: Beispiel für nachhaltige Lebensweise.
Hühnerhaltung vor Ort: Beispiel für nachhaltige Lebensweise.

Mehrwegbecher, Verzicht auf Plastiksäcke zur Glassammlung, Dach- und Fassadenbegrünung, „ökofairer Konsum“ und Lebensmittelkunde: Mit solchen Maßnahmen will die Stadt Speyer nachhaltiger werden. 85 Multiplikatoren, also Personen, die Informationen weitergeben, haben am Mittwoch im Rathaus lokale Ziele der Aktion „Agenda 2030: Speyer denkt global“ erarbeitet.

Mitglieder von Vereinen, Mitarbeiter der Speyerer Wohnbaugesellschaften Gewo und GBS sowie Umweltverbänden, Fahrradclubs und Initiativen wie „Repair-Café“ oder Weltladen waren neben Mitarbeitern der Stadtverwaltung und Kommunalpolitikern dabei. In vier Workshops eingeteilt, beschäftigten sie sich mit Abfallvermeidung, Grünflächen, Konsumverhalten und Nachhaltigkeit sowie Klimaschutz in Schulen und Kindertagesstätten. „Der Speyerer Nachhaltigkeitsbericht soll in diesem Jahr fortgeschrieben werden“, erläuterte Barbara Fresenius von der städtischen Pressestelle. Das grundsätzliches Interesse und die Bereitschaft, gesteckte Ziele in Arbeitsgruppen kontinuierlich weiterzuverfolgen, klafften beispielsweise im Workshop zum Thema nachhaltiger Konsum weit auseinander. Favorisiert wurde von den Teilnehmern die Einführung eines sogenannten „Cap-Markts“ (abgeleitet aus dem englischen „Handicap“), in dem behinderte und nicht behinderte Mitarbeiter beschäftigt werden. Weiter arbeiten wollten die Multiplikatoren jedoch lieber an nachhaltiger Materialbeschaffung in der Stadt und der Verwaltung. Die Arbeitsgruppe will demnach ein stadtweites Netzwerk für ökofaire Beschaffung gründen. Für das Projekt „Mehrwegbecher to go“ will die Arbeitsgruppe Kriterien festlegen und eine Entscheidung für ein einheitliches System treffen. Großes Interesse gab es im Workshop zu Grünflächen an sogenannten Trittstein-Biotopen sowie der Förderung von Dach- und Fassadenbegrünung. Gemeinsam mit Landwirten, Händlern, Kleingärtnern oder Bauernmarkt-Beschickern wollen Aktive der Frage nachgehen: „Woher kommen die Lebensmittel?“ Schulen und Kindertagesstätten sollen in das Projekt einbezogen werden. Angedacht wurde beispielsweise der Anschluss an die in anderen Städten bereits erfolgreich eingeführte Aktion „Rent a Huhn“ oder nachhaltige Bepflanzung von Schul- und Kita-Außenanlagen. Die Arbeitsgruppen sollen Handlungsprogramme erstellen und dem Stadtrat vorgelegen. Für 2019 ist ein runder Tisch zum Thema „Agenda 2030: Speyer denkt global“ geplant.

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