Speyer
Grynes Band: Holzkisten halten durch
Pflanzaktion: Grün mit Hindernissen
Ein Jahr „Grynes Band“ kann Speyer in dieser Woche feiern. Fast alle erinnern sich an die Beteiligungsaktion mit mehr als 120 Pflanzkisten und vielen Kulturterminen, die 2019 bis in den September hinein Speyerer und Gäste erfreute. Wie gut, dass sie schon im Vorjahr angesetzt war, denn Corona hätte den Planern aus dem Stadthaus dieses Jahr einen Strich durch die Rechnung gemacht. Trotzdem haben sie ihr Angebot nicht zurückgezogen, dass die Holzkisten auch in diesem Jahr zum Blühen gebracht werden dürfen. Viele private Paten haben sich dazu erneut bereit erklärt, die anderen Kisten sind zu Schulen und Spielplätzen verlagert worden.
„Alle 120 sind noch im Einsatz“, sagt Matthias Nowack, zuständiger Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung. Viele erblühen schon, andere sind allerdings noch im Winterschlaf. Auch das könne mit der Corona-Krise zu tun haben, sagt Nowack. Die Stadt lasse den Paten dabei grundsätzlich freie Hand. Gerne unterstützt hätte sie im April aber die geplante Pflanzaktion einer privaten Gruppe, die den „Urbanen Garten“ auf dem St.-Guido-Stifts-Platz als früheren Teil des „Grynen Bandes“ wiederbeleben wollte. Sie habe ein Pflanzfest geplant gehabt, das aber wegen des Versammlungsverbots ausfallen musste.
„Die Wasserspeicher sind dennoch gefüllt“, informiert Nowack, der hofft, dass die Motivation auch ohne Vernetzung ausreicht für blühende Landschaften und der schon positive Ansätze sieht. Die Stadt sei nur noch unterstützend im Boot, die Behälter seien den Paten überlassen worden und dürften prinzipiell auch 2021 noch bepflanzt werden. Danach würden die Kisten aber wohl aus dem Stadtbild verschwinden: „Nach drei Jahren wird es allein von der Haltbarkeit des Holzes her kritisch werden.“
Masken: Schülerinnen helfen
Auch die zehnte Klasse der Edith-Stein-Realschule ist wieder im Schulunterricht – mit den durch die Corona-Pandemie bedingten Einschränkungen: Jeweils die Hälfte der Klasse hat Unterricht, mit Abstandsregeln, Mundschutz und viel Desinfektionsmitteln, die andere Hälfte, nun, nicht. Den Schülerinnen ist eine nützliche Alternative eingefallen: Nähmaschinen gibt’s genug in der Schule, dazu haben die Mädchen Stoff gekauft, und nun nähen sie Schutzmasken am laufenden Band. Schulleiterin Manuela Becker hat festgestellt: Am meisten fehlen derzeit Masken für Kinder, deshalb haben sich die Schülerinnen darauf konzentriert. Aber natürlich können sie auch Masken für Erwachsene nähen. Geliefert wird auf Bestellung, drei Euro für eine Kindermaske, fünf Euro für eine Maske für Erwachsene, das ist der Materialpreis, haben sie errechnet. Sie hoffen aber auch auf Spenden, denn der Erlös soll an den Verein Mooyo Untante gehen, der ein Schulprojekt in Kongo unterstützt.
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Jahrestag: Zeichen nach Israel
Warum wehte am Dienstag am Stadthaus eine israelische Flagge im Wind? Sind trotz der Corona-Auflagen Gäste aus der Partnerstadt Yavne in Speyer? Das nicht, aber die Stadtverwaltung erinnerte damit an ein anderes bedeutendes Ereignis: Vor genau 55 Jahren, am 12. Mai 1965, haben Israel und Deutschland diplomatische Beziehungen aufgenommen. Die Stadt wolle damit gerade in Zeiten eines zunehmenden Antisemitismus „ein besonderes Zeichen der Freundschaft nach Israel und in unsere Partnerstadt Yavne schicken, mit der wir seit nunmehr 22 Jahren eine Städtepartnerschaft pflegen“, meldete sie. Ist sicher (gut) angekommen!