Speyer Ganz im Sinne des Geehrten

Das Helmut-Kohl-Ufer ist eröffnet (von links): Festredner MdB Johannes Steiniger (CDU), Maike Kohl-Richter und Oberbürgermeister
Das Helmut-Kohl-Ufer ist eröffnet (von links): Festredner MdB Johannes Steiniger (CDU), Maike Kohl-Richter und Oberbürgermeister Hansjörg Eger (CDU) am Samstag.

„Unweit des mächtigen Gotteshauses und des Flaggenmasts ist das der ideale Ort für den Ehrenbürger Europas“, betonte Kohl-Richter auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Kohl sei ein Kind des Rheins gewesen, erzählte sie von Kohls Mutter, die schon in der Schwangerschaft mit ihm zu Fuß über den zugefrorenen Fluss gegangen sei. „Speyer hat alles richtig gemacht“, lobte Kohl-Richter das Zusammenspiel zwischen Politik und Gesellschaft. Die Bezeichnung „Helmut-Kohl-Ufer“ werde ihrem im Juni 2017 verstorbenen Ehemann absolut gerecht, war die Witwe überzeugt. „Politiker wie er sind doch eher Marathonläufer als Promenierer.“ Die Ehre, die Speyer seinem Vater erweise, gelte ebenso seiner Mutter, betonte Walter Kohl auf Nachfrage. „Seine politische Karriere ist untrennbar mit dem Namen Hannelore Kohl verbunden.“ Speyer sei auch für ihn ein besonders bewegender Ort, in dem viel Familiengeschichte geschrieben worden sei. Er erinnerte beispielsweise an das Requiem für die Ehefrau des Altkanzlers 2001 im Speyerer Dom. Verwundert zeigte sich Walter Kohl über den Zustand des Grabes, in dem sein Vater im August 2017 auf dem Domkapitel-Friedhof zur letzten Ruhe gebettet worden ist. „Mein Vater war immer bei den Menschen, hat Mauern eingerissen und den europäischen Gedanken vertreten. Dass nach wie vor Videokameras und ein Zaun sein Grab dominieren, ist unverständlich. Mein Vater würde ausflippen. Ich wünsche mir von Oberbürgermeister Hansjörg Eger (CDU) und Bischof Karl-Heinz Wiesemann, dass sie diesen Zustand beenden. Es ist an der Zeit.“ Hinsichtlich der Grabgestaltung gab Weihbischof Otto Georgens Kohl im Gespräch zwar Recht, fühlte sich aber nicht zuständig für entsprechende Veränderungen. „Jacken zumachen“, wies Rob Solomon, Leiter der „MarchingBones“ Jazzband der städtischen Musikschule die vom Wind zerzausten Instrumentalisten an. Mit „Over the rainbow“ eröffneten sie den Festakt musikalisch. Eger dankte dem Rat und den Speyerern für das fast einvernehmliche Votum für das „Helmut-Kohl-Ufer“ im Schatten seiner „Hauskirche“. Der Rhein sei Kohls Verbindung zwischen Ludwigshafen, Mainz, Bonn und der Domstadt gewesen. Die Stadt fühle sich seinem Erbe verpflichtet. In seiner Festrede ging CDU-Bundestagsabgeordneter Johannes Steiniger auf persönliche Begegnungen mit dem Altkanzler ein. Als Zwölfjähriger habe ihn die Imposanz Kohls fasziniert, die ihn bis zuletzt begeistert und inspiriert habe, berichtete er von Kindheitserfahrungen, seinem Mitwirken am Ständchen zum 80. Geburtstag Kohls unter Leitung von Gotthilf Fischer und der Kranzniederlegung junger Christdemokraten am Wohnort Kohls 2017. Von der Entscheidung der Speyerer, dem „Botschafter für die Pfalz“ einen Teil der Rheinpromenade zu widmen, können sich nach Ansicht Steinigers „andere Städte eine Scheibe abschneiden.“ Sie sei sicher im Sinne Kohls. Steinigers Vision: „Zwischen Speyer und Bonn gibt es in möglichst jeder Stadt am Rhein ein Helmut-Kohl-Ufer.“

Freut sich über die Ehrung seines Vaters: Sohn Walter Kohl.
Freut sich über die Ehrung seines Vaters: Sohn Walter Kohl.
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